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Kunst und Kultur der Prasun-Kafiren
Antragsteller
Professor Dr. Walter Raunig
Fachliche Zuordnung
Ethnologie und Europäische Ethnologie
Förderung
Förderung von 2000 bis 2003
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5237640
Das beantragte Forschungsprojekt ist eine Weiterführung eines von der DFG 1971-1981 geförderten Projektes zum gleichen Thema, das aber durch die große Publikation Dr. Klimburgs über die Waigal- und Ashkun-Kafiren noch nicht ausreichend behandelt ist. Es fehlt die Erarbeitung der Daten der Prasun- und Kati-Kafiren, deren Kulturen und Sprachen sich stark von jenen der Waigal- und Ashkun-Kafiren unterscheiden. Es geht nun vor allem um die Vorstellung der Prasun-Kultur, die, obwohl sehr klein und friedlich im Vergleich zu den anderen kafirsichen Gemeinschaften, eine große Rolle spielte. Das Prasun-Tal mit seinen sechs kleinen Siedlungen bildete einen kultisch reinen, eigentlich heiligen Bezirk inmitten der kafirischen Welt. Dort befand sich der weitaus wichtigste Tempel der Kafiren, dem obersten Gott, Mara (Imra), geweiht. Nur dort gab es Sippentempel, die reichlich mit (fast durchwegs weiblichen) Götterfiguren ausgestattet waren. Sechs derartige Tempel mit originalen Pfosten konnte Dr. Klimburg im Jahre 1972 entdecken und aufnehmen. Nur in Prasun befaßte man sich selbst, d.h. nicht mit Hilfe von Handwerkersklaven, mit der Herstellung von Schnitzwerken, wie vor allem von Götterfiguren. Nur in Prasun konnten noch großartige Mythen aufgenommen werden (vor allem von Prof. Budruss). Nur in Prasun gab es Siedlungen mit Verteidigungsbauwerken auf gemeinschaftlicher Basis, und nur in Prasun war die Gesellschaft oligarchisch strukturiert, mit der führenden Priesterfamilie wohnhaft im obersten Dorf, in Shiwe. Die Prasun-Kultur präsentiert sich als "Antithese" zur kriegerischen und egalitren Kultur der Waigal- und Ashkun-Kafiren.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
