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Der Kosmos des Peter Flötner - Eine Bildwelt der Renaissance in Deutschland
Antragstellerin
Dr. Barbara Dienst
Fachliche Zuordnung
Kunstgeschichte
Förderung
Förderung von 2000 bis 2001
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5241486
Mit dem "Kosmos" des Nürnberger Bildschnitzers Peter Flötner (tätig in Nürnberg 1522-1546) wird eine faszinierende Bildwelt rekonstruiert, aus der sich mit einer extrem ausgeprägten Sinnesfreude, der Vorliebe für "dramatische" Erzählkunst, einem spielerischen und autonomen Verhältnis zur (italienisch geprägten) Antike und insbesondere der ständigen Präsenz von Ironie und Groteske einige wichtige Phänomene einer sog. "deutschen Renaissance" in ihrer lange noch nicht ausreichend erforschten Eigengesetzlichkeit erschließen. Noch bis in die Gegenwart von zahlreichen, quellenmäßig nicht zu belegenden "Mythen" umhüllt, wurde Flötner gerne in die Rolle des formfixierten Designers gedrängt, alles Figürliche im Werk weitestgehend ignoriert, ohne dem multimedialen, gattungsübergreifenden Gesamtoeuvre annähernd gerecht zu werden. Vorliegende Arbeit als Gegengewicht und Supplement zur bisherigen, in stilistischen Händescheidungen festgefahrenen Forschung erfaßt nun neben den wenigen prominenten erstmals alle Werke, auch bislang kaum bekannte, unveröffentlichte und sogar neu entdeckte, analysiert und interpretiert sie primär inhaltlich neu (ikonographisch-ikonologische und kulturgeschichtlich- interdisziplinäre Ausrichtung). Eines der spannenderen und kurzweiligeren Kapitel der Kunstgeschichte der Neuzeit tut sich auf, in der zeitübergreifende, zündende Komik mit populären wie intellektuell-philosophischen Qualitäten sowie künstlerische Autonomie zwischen dekorativer Gefälligkeit und ästhetischer Klassizität nur zwei Pole darstellen.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
