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Modernisierung und postkoloniale Herrschaft in Iran. Versuch über den Staat

Subject Area Political Science
Term from 2000 to 2001
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 5250228
 
Die Entwicklungsdynamik des durch die Dominanz des Pahlavi-Hofes charakterisierten postkolonialen Staates war bestimmt durch die Diskrepanz zwischen: a) der informellen patrimonialen Integrationsfunktion des Hofes gegenüber den dezentral organisierten, im Großgrundbesitz fußenden Machtgruppen und den mit diesen Gruppen in patronagen und Klientelverhältnissen stehenden Provinzverwaltungen im Süden und b) der Teheran- und Nordzentrierten Staatsstruktur und -ideologie, die von der zentralistischen Gruppe der Bürokratie getragen wurde. Die zentralistische, von der bürokratischen Gruppe verwaltete ökonomische nachholende Entwicklung der 60er Jahre unterminierte die Grundlagen der patrimonialen Integrationsfunktion des Hofes und löste in den 70er Jahren jene Staatskrise aus, die schließlich zum Sturz des Regimes führte. Die Islamische Revolution war das Resultat der innovativen Neuinterpretation der schiitischen (Usuli-)Tradition durch die Gruppe Khomeini, die sie in die Lage versetzte, die traditionalistischen Massen des informellen Sektors (Kleinbazaris und bäuerliche Stadtsmigranten in den Großstädten) vom disziplinierenden Einfluß der quietistischen schiitischen Hierokratie zu befreien und diese für die revolutionäre Machtübernahme zu mobilisieren.
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