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Eine potentielle Elite für Lateinamerika. Die Ausbildung lateinamerikanischer Studenten in Europa in den 5oer und 6oer Jahren. Eine Fallstudie zur Katholischen Universität Löwen

Antragstellerin Andrea-Isa Moews
Fachliche Zuordnung Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 2000 bis 2001
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5251980
 
Das Studium künftiger lateinamerikanischer Führungskräfte in Europa, stellte in der aufkommenden westlichen Entwicklungshilfe eine wesentliche Strategie zur Professionalisierung der Modernisierungsträger dar. Die prominenteste These über dieses Kapitel europäisch-lateinamerikanischer Beziehungen lautet: Europas Ausbildungsbeihilfe für Lateinamerikas potentielle Elite habe sich insofern als Fehlschlag erwiesen, als sie statt erfolgreiche Modernisierer hervorzubringen, die Entstehung linksradikaler Gruppen in Kirche, Gesellschaft, Wissenschaft und Politik beförderte. Vertretern wie Gegnern dieser These fehlt jedoch die empirische Basis ihrer Argumentation. An dieser Stelle setzt die vorliegende Dissertation an. Sie untersucht die Zusammensetzung einer größeren Gruppe lateinamerikanischer Studierender in Europa am Beispiel von Belgiens katholischer Universität Löwen und verbindet zu diesem Zweck quantifizierende, prosopographische, institutions- und bildungsgeschichtliche Methoden mit "oral history". Die empirischen Befunde belegen die wichtige Funktion europäischer Universitäten für Gruppen- und Netzwerkbildung unter den lateinamerikanischen Akademikern. Deren politisch-intellektuelle Problemstellungen aber speisten sich nicht aus den in Europa vermittelten Studieninhalten, sondern aus den in Lateinamerika gemachten Erfahrungen krisenhafter politisch-sozialer Umbrüche.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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