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Verteidigung der Aufklärung - Friedrich Nicolai in religiösen und polititschen Debatten

Antragstellerin Sigrid Habersaat
Fachliche Zuordnung Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung Förderung von 2000 bis 2001
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5262942
 
Die vorliegende Arbeit ermöglicht einen differenzierten Blick auf die deutsche Spätaufklärung, indem sie den engen Zusammenhang der religiösen und politischen Thematik darstellt. Im Mittelpunkt steht die Person des in Sachen Aufklärung unermüdlich tätigen Friedrich Nicolai (1733-1811). Fragen der Zeit wurden öffentlich diskutiert - hier spielte Nicolais Rezensionsorgan, die Allgemeine Deutsche Bibliothek, eine Vorreiterrolle -, bis die preußischen Zensurgesetze unter Friedrich Wilhelm II. dem Einhalt geboten. Die deutschen Regenten und Konservativen in Staat und Kirche interpretierten die aufklärerischen Forderungen nach Pressefreiheit und religiöser Toleranz als Generalangriff gegen Thron und Altar und ergriffen entsprechende Gegenmaßnahmen.In diesem gesellschaftspolitischen Kontext sind die Fehden der Gelehrtenrepublik, die Nicolai maßgeblich steuerte, von hoher Brisanz. Die entscheidende Rolle der gesellschaftlich engagierten Literaten in einer ersten Formierung der politischen Parteien in den deutschen Ländern wird deutlich sichtbar.Die Arbeit basiert auf einer soliden Quellengrundlage: Untersucht wurden die bisher nicht edierten Nachlässe von Nicolai in Berlin, von Zimmermann in Hannover und Aarau sowie Lavater in Zürich. Herangezogen wurden weitere Briefe anderer Provenienz sowie zeitgenössische Literatur.Der zweite Band der Dissertation liefert erstmalig die kommentierte Edition der Briefwechsel Nicolais mit dem berühmten Arzt Johann Georg Zimmermann (1728-95) und Christian Friedrich von Blanckenburg (1744-96) und damit Stoff für die weitere Erforschung der Spätaufklärung.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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