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Certi et veri cupidus. Geschichtliche Zweifelsfälle und ihre Behandlung um 1100,um 1300 und um 1475. Drei Fallstudien
Antragsteller
Professor Dr. Jörg-Wilhelm Busch
Fachliche Zuordnung
Mittelalterliche Geschichte
Förderung
Förderung von 1996 bis 2002
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5270636
'Das Mittelalter' sei hilflos gefälschten alten Zeugnissen und Behauptungen fiktiver geschichtlicher Vorgänge aufgesessen, lautet ein lange nachwirkendes Urteil jener humanistisch Gebildeten, die sich zugute hielten, Fälschungen und Fiktionen zu durchschauen. Doch nicht erst die Humanisten prüften, ob Aussagen über die Vergangenheit den Tatsachen entsprachen, oder ob Zeugnisse glaubhaft waren. An ausgewählten Fuktionen und Fälschungen, die man zwischen dem ausgehenden 11. und 15. Jahrhundert kontrovers beurteilte, läßt sich vielmehr zeigen, daß zwischen 'Mittelalter' und 'Humanismus' durchaus Gemeinsamkeiten bestanden hinsichtlich der Ansatzpunkte und Methoden, zweifelhafte geschichtliche Sachverhalte aufzugreifen und zu klären. Das Bemühen, ihre konkreten Einzelumstände mit gesicherten Zeugnissen zu erkennen und Merkmale zu ihrer Beurteilung zu ermitteln, führte schließlich - nicht zuletzt unter dem Einfluß rechtsgeschulten Denkens - dahin, die 'Geschichtlichkeit' von Erscheinungen und Zeugnissen zu erkennen, was in vollem Umfang dann wirklich den Humanisten gelang.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
