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Die späte Chormusik von György Ligeti
Antragsteller
Professor Dr. Bernd Englbrecht
Fachliche Zuordnung
Musikwissenschaften
Förderung
Förderung von 2000 bis 2001
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5270808
In der vorliegenden Arbeit wird versucht, aufgrund eingehender analytischer Betrachtungen von György Ligetis A-cappella-Kompositionen der letzten fünfzehn Jahre, also den Drei Phantasien nach Friedrich Hölderlin (1982), den Magyar Etüdök nach Gedichten von Sandor Weöres (1983) und den Nonsense Madrigals (1988/93), deutende und auch ästhetisch wertende Aussagen zu Ligetis augenblicklichem kompositorischen Standort, seinen personalstilistischen Charakteristika und seinem speziellen Traditionsverhältnis zu treffen. Die hierbei angewandte Methodik verfolgt keinen spezifisch hermeneutischen Ansatz, sondern steht eher dem analytischen Ansatz von Carl Dahlhaus nahe, die auf adäquate Sachurteile gestützten ästhetischen Werturteile primär durch musikalische Formkritik zu begründen - dennoch wird in dem Disput zwischen Anhängern rein form- und strukturästhetisch versus inhaltästhetisch orientierter Analysemethoden keine eindeutige parteiische Stellung bezogen.Den Untersuchungen vorangestellt sind Anmerkungen zur Gattungsgeschichte der Chormusik und zum A-cappella-Begriff mit der Absicht, die Legitimität, allgemeine Erkenntnisse über Ligetis Musik speziell an Beispielen der Gattung Chormusik a cappella zu gewinnen, darzustellen, sowie ein Überblick über die allgemeine stilistische Entwicklung György Ligetis.Die Analysen führen zu allgemeineren musikästhetischen und auch geschichtsphilosophischen Reflexionen über Ligetis Musik der achtziger und neunziger Jahre. Ligeti wird dabei als Vertreter einer innovationsorientierten und dennoch 'ideologiefreien' Moderne im Zeitalter der 'Postmoderne' dargestellt.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
