Detailseite
GRK 3051: Erforschung von Verhaltens- und Stressreaktionen zum Verständnis und zur Verbesserung von Modellen für Infektionskrankheiten bei Tieren
Fachliche Zuordnung
Agrar-, Forstwissenschaften und Tiermedizin
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 529208971
Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Parasiten verursachen bei Tier und Mensch enorme Schäden. Vor allem in der Veterinärmedizin bedrohen viele Infektionskrankheiten Tiere, die als Haustiere gehalten werden oder als landwirtschaftliche Nutztiere der Lebensmittelgewinnung dienen. Die Erforschung von Infektionskrankheiten stützt sich in hohem Maße auf Tiermodelle, da sie wichtige Erkenntnisse über die Pathogenese und die Immunantwort liefern und in der Veterinär- und Humanmedizin von größter Bedeutung sind. Diese ist daher der Grundstein für den Schutz von Tier und Mensch vor verschiedenen Krankheitserregern. Darüber hinaus weist die Tiermodell-basierte Forschung häufig einen translationalen Charakter auf und zielt auf die Anwendung bei anderen Tierarten oder beim Menschen ab. Bisher können die meisten Tiermodelle in der Infektionsforschung aufgrund des systemischen Charakters der Krankheitsmechanismen nicht durch Alternativmethoden in vitro ersetzt werden. Sie sind auch für die Entschlüsselung der Immunantwort, der Testung von Impfstoffen und anderen Antiinfektiva von entscheidender Bedeutung. Obwohl das Wissen über viele Infektionskrankheiten in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen hat, wurde die Implementierung von Refinement-Maßnahmen in diese verwendeten Tiermodelle vernachlässigt. Im 3RTG werden wir die wichtigsten experimentellen Wirtsspezies (Mäuse, Hühner, Schweine und Hunde) und die in unseren Laboren gut etablierten Infektionsmodelle verwenden, darunter virale (Marek-Virus, Theiler-Virus und Hepatitis E Virus), bakterielle (Listeria monocytogenes und Staphylococcus S. pseudintermedius) und parasitäre (Heligmosomoides polygyrus und Giardia muris) Infektionen. Auch wenn es offensichtlich ist, dass infizierte Tiere Stress empfinden und ihr Verhalten ändern, mangelt es an Daten zu Stressreaktionen und Verhaltensänderungen. Im 3RTG werden wir uns mit der zentralen Hypothese befassen, dass diese Infektionen allgemeine Stressreaktionen und Verhaltensänderungen hervorrufen, die auf metabolischer Ebene oder durch Videobeobachtung und Analyse mit künstlicher Intelligenz erfasst werden können. Neue Erkenntnisse über diese Stressreaktionen und Verhaltensänderungen werden unser Wissen über die jeweiligen Krankheiten erweitern und gleichzeitig dazu beitragen, die Krankheitsbelastung der Versuchstiere zu minimieren oder zu beseitigen. Unsere Strategie wird es uns ermöglichen, Stressreaktionen und Verhaltensdaten zwischen verschiedenen Spezies und Erregerklassen zu vergleichen, was durch die Verwendung standardisierter Methoden zu wichtigen Synergien führt. Das interdisziplinäre Graduiertenkolleg 3RTG wird von grundlegender Bedeutung für die Ausbildung von Doktoranden sein, die an vorderster Front auf dem Gebiet der Infektionsforschung einschließlich der Anwendung innovativer Analytik und des Tierschutzes bei Versuchs- und Nutztieren arbeiten.
DFG-Verfahren
Graduiertenkollegs
Antragstellende Institution
Freie Universität Berlin
Beteiligte Institution
Robert Koch-Institut (RKI); Technische Universität Berlin
Sprecherin
Professorin Dr. Christa Thöne-Reineke
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler
Professorin Dr. Sonja Bröer; Professor Dr. Wolfgang Bäumer; Professor Dr. Marcus Fulde; Professorin Dr. Susanne Hartmann; Professor Dr.-Ing. Olaf Hellwich; Professor Benedikt Bertold Kaufer, Ph.D.; Professor Dr. Burkhard Kleuser; Professorin Dr. Maria Kristina Parr; Dr. Josephine Schlosser-Brandenburg
