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Henri Hinrichsen und der Musikverlag C.F. Peters Deutsch-jüdisches Bürgertum in Leipzig von 1891 bis 1938
Antragstellerin
Dr. Erika Bucholtz
Fachliche Zuordnung
Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung
Förderung von 2001 bis 2002
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5304834
Im Zentrum der Untersuchung steht mit Henri Hinrichsen (1868-1942) ein jüdischer Musikverleger, der einen der renommiertesten deutschen Musikverlage, den Verlag C.F. Peters in Leipzig, von 19oo bis zur "Arisierung" des Unternehmens leitete. In der interdisziplinären Studie, die keine traditionelle Verlagsgeschichte darstellt, vielmehr von leitenden Fragestellungen der deutsch-jüdischen Geschichte und der Bürgertumsforschung ausgeht, wird die Person Henri Hinrichsen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: als Musikverleger, als Bürger, als Mäzen, als deutscher Jude. Am Beispiel der verschiedenen Tätigkeitsfelder des Unternehmens - seiner Verlagspolitik, seiner Ehrenämter und Vereinsmitgliedschaften sowie seines Mäzenatentums - wird die aktive Rolle deutsch-jüdischen Bürgertums bei der Mitgestaltung und Prägung "bürgerlicher Kultur" herausgestellt. Darüber hinaus werden die lebensweltlichen Zusammenhänge geschildert, in denen die Zugehörigkeit Hinrichsens zur jüdischen Bevölkerungsminderheit von Bedeutung war. Die Zeit des Kaiserreichs und der Weimarer Republik bilden den Hauptuntersuchungszeitraum meiner Arbeit. Ein abschließendes Kapitel befaßt sich mit der Zeit des Nationalsozialismus, die für die Familie Hinrichsen sukzessive Ausgrenzung und Verfolgung, für einen Teil der Familie auch den Tod bedeutete.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
