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Zwischen Wissenschaft und "Burschenherrlichkeit": Studentische Sozialisation im Deutschen Kaiserreich, 1871-1914

Antragstellerin Silke Möller
Fachliche Zuordnung Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 2000 bis 2001
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5306030
 
Die Dissertation untersucht die Sozialisationsprozesse der Studienzeit im Kaiserreich und die daraus folgenden Prägungen. Die Universität und die studentischen Korporationen stehen als Sozialisationsagenturen im Mittelpunkt. Hinzu kommt der Bereich der außeruniversitären Umwelt. Die Quellenbasis bildet ein Sample von 155, von Männern verfaßten Autobiographien. Die methodische Grundlage stellt die Verknüpfung von Sozialisation und Autobiographie dar. Die Autobiographie ist als rückblickende Konstruktion der eigenen Lebensgeschichte ein Produkt des Sozialisationsprozesses. Im Vergleich können kollektive Deutungsmuster und damit allgemeine Prägungen der Autobiographen ermittelt werden. Als Ergebnis wurde die dominante Prägung aller Autoren durch die Universität festgestellt. Dort vermittelte Konzepte von fachlicher Spezialisierung und Wissenschaft erweisen sich im Selbstbild der Autoren ebenso prägend wie die hohe Wertigkeit von Individualität und Leistung. Andererseits spielen auch Erfahrungen der Vergemeinschaftung innerhalb der studentischen Korporationen eine große Rolle. Männlichkeit und Ehre sind wichtige Deutungsmuster, die aber im Kontext der im Rückblick geschilderten beruflichen Karriere gegenüber den der Universität zugeschriebenen Prägungen in den Hintergrund rücken.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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