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"Böhmischen Volkes Weisen". Die Darstellung der deutschsprachigen Dichtung in den böhmischen Ländern der Jahre 1895-1945. Probleme und Perspektiven territorialer Literaturgeschichtsschreibung in Mitteleuropa
Antragstellerin
Andrea Hohmeyer
Fachliche Zuordnung
Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung
Förderung von 2001 bis 2002
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5309757
Zentraler Gegenstand dieser 794 starken Doktorarbeit ist die Frage, inwieweit die deutschsprachige Literaturgeschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts dem Zusammenleben von Deutschen, Tschechen und Juden in den böhmischen Ländern bisher Rechnung getragen hat bzw. endlich Rechnung tragen sollte. Die Verfasserin weicht damit von dem bislang weitverbreiteten, aber nicht weit genug greifenden, sprachnational orientierten Ansatz der Literaturgeschichtsschreibung ab. Statt dessen orientiert sie sich am Territorium der böhmischen Länder, in dem seit Jahrhunderten die drei oben genannten Volksgruppen ansässig waren, vielfältige Gemeinsamkeiten ausbildeten, aber auch ihre Eigenart bewahrten. Nur ein solcher territorialer Ansatz ist, so die These, imstande, die facettenreiche Literatur der böhmischen Länder endlich als Ganzes darzustellen. Die Arbeit untersucht jedoch nicht nur achtzehn im 20. Jahrhundert entstandene Darstellungen deutschsprachiger Dichtung der böhmischen Länder - mit dem Ergebnis, daß alle selektiv vorgehen und ein Werk, das Deutsche, Tschechen und Juden umfaßt, überfällig ist. Vielmehr werden auch die Geschichte, die deutschsprachige Kultur sowie die Frage nach einer "böhmischen Identität" eingehend diskutiert. Ein theoretisches Kapitel legt zudem die Problematik territorialer Literaturgeschichtsschreibung am Beispiel Bayerns, Österreichs und der Schweiz dar.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
