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Bibliotheca Norica, Patrizier- und Gelehrtenbibliotheken in Nürnberg zwischen Mittelalter und Aufklärung
Antragstellerin
Dr. Renate Jürgensen
Fachliche Zuordnung
Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung
Förderung von 2000 bis 2001
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5311228
Inhalt: Die Untersuchung gibt anhand von sieben größeren Bibliotheken einen Einblick in die Buchkultur der Nürnberger Oberschicht zwischen dem ausgehenden Mittelalter und dem Ende der reichsstädtischen Zeit. Zum Vergleich ausgewählt wurden aus dem 16. Jahrhundert die Büchersammlung der beiden Patrizier Hieronymus Paumgartner Vater und Sohn, die als Schul- und Kirchenpfleger wesentlich an der Neugestaltung des städtischen Kulturlebens nach der Einführung der reformatorischen Lehre beteiligt waren, aus dem 17. Jahrhundert die Bibliotheken zweier Gelehrter, des aus Thüringen stammenden Theologen, Predigers und Schriftstellers Johann Michael Dilherr und des weitgereisten Philologen und Professors am Nürnberger Aegidiengymnasiums Christoph Arnold, der nach dem Westfälischen Frieden zahlreiche Drucke westeuropäischer Provienz in seinem Haus versammelte, sowie aus dem 18. Jahrhundert die Rara-Sammlung des Theologen und Antiquars Adam Rudolph Solger und die Bibliothek des Waagamtmanns, Handschriftenhändlers und Kunsthistorikers Christoph Gottlieb von Murr, dem die erste Darstellung zur Geschichte privater und öffentlicher Bibliotheken in Nürnberg zu verdanken ist. Hinzu kommt die riesige, vom frühen 19. bis hinab in das 13. Jahrhundert reichende Bibliothek der Patrizierfamilie Ebner von Eschenbach, die um 1820 versteigert wurde. In einem letzten Kapitel wird auf der Basis der an den Bibliotheken ablesbaren kulturellen Einflüsse aus verschiedenen Ländern und Regionen Europas ein Bild der frühneuzeitlichen Nürnberger Literaturlandschaft entworfen, das gegenüber der Bibliotheca Norica des Altdorfer Historikers Georg Andreas Will die europäische Dimension der städtischen Kultur stärker hervortreten läßt. Ein Verzeichnis Nürnberger und Altdorfer Bibliotheks- und Auktionskataloge schließt die Arbeit ab.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
