Project Details
Kalter Krieg, Koexistenz und kleine Schritte - Willy Brandt und die Deutschlandpolitik 1948-1963
Applicant
Dr. Wolfgang Schmidt
Subject Area
Political Science
Term
from 2001 to 2002
Project identifier
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 5316694
Auf sehr breiter Quellenbasis stellt die Dissertation dar und analysiert ausführlich die Entwicklung der deutschland- und außenpolitischen Vorstellungen, Konzepte und Beiträge Willy Brandts von 1948 bis 1963. Damit wird erstmals eine umfassende Untersuchung über die - im weitesten Sinne so zu nennende - Vorgeschichte der Brandtschen Ostpolitik vorgelegt. Die Erfahrungen im geteilten Berlin prägten Brandt zweifach, wie die Dissertation zeigt: Zum einen war er an der Seite Ernst Reuters und später als Regierender Bürgermeister ein entschiedener Befürworter der Westintegration. Er hatte innerhalb der SPD sehr großen Anteil daran, daß seine Partei 1960 die Westbindung als Staatsräson der Bundesrepublik anerkannte. Zum anderen - und das ist neu -, hat Brandt im Gegensatz zum bisher in der Literatur vorherrschenden Urteil seine Ostpolitik wie auch seine 'Politik der kleinen Schritte` lange vor dem 13. August 1961 konzeptionell entwickelt. Sein entspannungspolitisches Denken wurde nicht erst durch den Mauerbau oder die `Strategie des Friedens' von US-Präsident Kennedy ausgelöst. Das mit dem Slogan `Wandel durch Annäherung' bezeichnete Konzept, das Egon Bahr im Juli 1963 in Tutzing vorstellte, war nicht neu, sondern im Kern identisch mit dem, was Willy Brandt schon seit Mitte der fünfziger Jahre immer wieder vertrat.
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