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Die literaturwissenschaftliche Universitätsgermanistik der DDR in Geheimakten des Ministeriums für Staatssicherheit. Sicherheitspolitische Problemlagen des Fachs und Ambivalenzen seiner "Durchherrschung"
Antragstellerin
Dr. Gabriele Pleßke
Fachliche Zuordnung
Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung
Förderung von 2001 bis 2004
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5318612
Die nach 1990 vorgelegten Studien zur Geschichte der DDR-Germanistik haben die Vernetzung wissenschaftsexterner und wissenschaftsinterner Einflussfaktoren im Zuge der Etablierung einer an den Herrschaftsgrundlagen der SED orientierten Wissenschaft von deutscher Sprache und Literatur für den Zeitraum 1949 bis 1968 bedingt nachgewiesen. Bisher vernachlässigt wurde die Frage nach den Auswirkungen der umfassenden und historisch neuartigen verdeckten Steuerungsfunktion des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR auf die sich wandelnden Strukturbedingungen des Fachs. Das Projekt stellt sich die Aufgabe, dieses Defizit zu beheben in Hinblick auf die Einbindung der germanististischen Literatur in die sicherheitspolitische Doktrin der SED-Diktatur sowie hinsichtlich der aus sicherheitsrelevanten Dysfunktionen des Fachs resultierenden geheimen Interventionen des Ministeriums für Staatssicherheit (Ermittlungen, Überwachungen, strukturelle Ordnungsversuche) im Zeitraum von 1951 bis 1989. Mit dem Projekt soll auf der Grundlage unveröffentlichten Quellenmaterials aus Archivbeständen des Ministeriums für Staatssicherheit ein Beitrag geleistet werden zur Erforschung der jüngsten Fachgeschichte in der 'zweiten deutschen Diktatur'.
DFG-Verfahren
Forschungsstipendien
