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Wortdesign. Eugen Gomringer und die bildende Kunst

Antragsteller Dr. Oliver Herwig
Fachliche Zuordnung Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung Förderung von 2001 bis 2002
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5326132
 
Eugen Gomringer, "Vater der Konkreten Poesie" (Emmett Williams, 1967), ist bislang mit keiner monographischen Darstellung gewürdigt worden. Dieses Missverhältnis ist umso erstaunlicher, da viele seiner Texte bereits kanonischen Rang einnehmen. Erstmals wird der Versuch unternommen, die Entstehung der Konkreten Poesie aus dem Geist der bildenden Kunst, genauer: jener konkret-konstruktiven Richtung zu analysieren, die nach 1945 besonders in der Schweiz für Furore sorgte. Auf dieser Basis werden die vielfältigen Beziehungen Gomringers zur bildenden Kunst in den Folgejahren dokumentiert. Als Sekretär Max Bills, des herausragendsten Vertreters der sogenannten "Zürcher Konkreten", die Farbe und Form in Reinkultur verwendeten, war Gomringer mit bildnerischen Experimenten bestens vertraut. Seine Arbeiten nehmen den Transfer in die Literatur vor. Gomringer konzentriert sich auf das Wortwörtliche, auf räumliche Textarrangements, und nimmt Positionen auf, die traditionell der bildenden Kunst vorbehalten waren. Grenzüberschreitungen und vielfältige Medienverbünde sind die Folge. Anders als die Sprach-Experimente der ersten Avantgarde zeigte die Konkrete Poesie Affinität auch zum Design, nicht zuletzt deshalb, da Gomringer an der Hochschule für Gestaltung in Ulm unterrichtete. Sein "Wortdesign" wird paradigmatisch für den Transfer zwischen bildender Kunst und Literatur insgesamt und eröffnet Einblicke in die Struktur der Nachkriegsmoderne.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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