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David Hume - The History of England - Geschichtskonzeption und Erzählstruktur

Subject Area European and American Literary and Cultural Studies
Term from 2001 to 2003
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 5327922
 
Die geplante Studie versucht eine Neubewertung von Humes historiographischer Leistung, indem sie die History of England unter kulturwissenschaftlichen wie narratologischen Aspekten untersucht. Einerseits begreift sie Humes Geschichtswerk als "angewandte Philosophie" und möchte die History im Kontext der schottischen Aufklärung verorten. Andererseits sieht sie in dem Werk - gegen die gängige Meinung - eine rhetorische Meisterleistung, bei der ratio und oratio eine gelungene Einheit bilden. Hume hat den Versuch unternommen, auf nationaler Grundlage eine Naturgeschichte des politischen und religiösen Bewußtseins zu schreiben und dabei induktiv eine Geschichtskonzeption zu entwickeln, mit dem er das chronikalisch-dynastische Erzählschema transzendiert, ohne eine unhaltbare Teleologie zu postulieren. So liegen der History of England ein Vernunftbegriff und ein Verständnis von Geschichte zugrunde, die es auch in literarischer Hinsicht einzigartig machen. Das Werk wird beherrscht von einer Strategie der Doppelt- bzw. Mehrfachkodierung, die sich vor allem der klassischen mocking tropes bedient. Die Analyse der kognitiven wie ästhetischen Funktionen dieser Tropen mündet in ein Plädoyer für die Aufklärung als master narrative.
DFG Programme Research Fellowships
 
 

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