Detailseite
"Hörreste, Sehreste". Studien zu literarischen Fragmenten bei Büchner, Kafka, Benn und Celan
Antragsteller
Privatdozent Dr. Michael Braun
Fachliche Zuordnung
Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung
Förderung von 2001 bis 2002
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5331790
Vom 18. Jahrhundert bis zur Moderne zeichnet sich ein historisch bedeutender Wandel von äußerer Fragmentarik des Textes zur Fragmentarik aus inhaltlicher Notwendigkeit ab - im Sinne von F. Schlegels Formel: "Viele Werke der Alten sind Fragment geworden. Viele Werke der Neuen sind es gleich bei der Entstehung". Ziel der Arbeit ist, anhand gattungsgeschichtlicher Analysen und werkästhetischer Interpretationen die zentralen Stationen aufzuzeigen, an denen sich das Fragment von Konzepten der Ganzheit und Werktotalität gelöst und als eigenständige literarische Gattung etabliert und legitimiert hat. Das einleitende Kapitel referiert die Forschungslage, differenziert Formen des Fragments (konzeptionelles, überlieferungs-, rezeptions- und produktionsbedingtes Fragment), skizziert die Begriffsgeschichte und die Gattungsgeschichte des Fragments (seit der Renaissance). Gegenstand der folgenden Kapitel sind unabgeschlossene Werke von Büchner (Lenz, Woyzeck), Kafka (Der Verschollene, Beim Bau der chinesischen Mauer), Benn (Fragmente) und Celan (Hörreste, Sehreste), in deren Bildsprache und Thematik sich das Fragmentarische als konstitutives und strukturbildendes poetologisches Prinzip erweist.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
