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Schaulust und Verbrechen. Eine Gattungsgeschichte des Krimis (1850-1950) unter mediengeschichtlicher Perspektive

Applicant Gabriela Holzmann
Subject Area History of Philosophy
Term from 2001 to 2002
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 5337590
 
Seit Erfindung der modernen Massenmedien sind Veränderungen in der Schreibpraxis vieler Autoren zu erkennen. Äußerst produktiv hat sich der Einfluß der technischen Bilder auf die Kriminalliteratur ausgewirkt. Nicht Abgrenzungsgefechte und Medienkonkurrenz, sondern vielfältige Transformationsprozesse bestimmen hier das Erscheinungsbild der Gattung. Mitte des 19. Jahrhunderts werden durch neue Überwachungsstrategien und durch die Erfindung der Fotografie auch neuartige Formen des Sehens etabliert, welche die weitere Entwicklung des Krimis maßgeblich prägen und den späteren Einfluß des Films auf die Gattung vorbereiten. Wesentliche gattungsgeschichtliche Innovationen stehen fortan in einem direkten Zusammenhang mit den technikgeschichtlichen Umbrüchen und versuchen diejenigen Wahrnehmungsbereiche in die Literatur zu integrieren, welche die modernen Medien in ihrer jeweiligen historischen Ausprägung neu erschlossen haben. Maßgebliche Zäsuren sind: 1.) der Übergang Fotografie/Film 2.) vom Stummfilm zum Tonfilm 3.) die Erfindung des Farbfilms 4.) die Einführung des Fernsehens. Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Zusammenwirken von Gesellschaft/Justiz/Kriminalistik, Wahrnehmung und medialer Präsentation am internationalen Krimi von 1850 bis 1950. Ergänzt werden die allgemeinen Ausführungen zur Medien- und Rechtsgeschichte durch exemplarische Einzelanalysen.
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