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EXC 3101:  HUMAN ORIGINS – Exzellenzcluster für die Integrative Erforschung Menschlicher Ursprünge

Fachliche Zuordnung Alte Kulturen
Geologie und Paläontologie
Zoologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 533763844
 
Das 21. Jahrhundert hat die Erforschung der menschlichen Ursprünge revolutioniert. Rasche methodische Fortschritte ermöglichten Entdeckungen, die den Status quo auf den Kopf gestellt haben. Wir wissen jetzt, dass mehrere Homininenarten, die zusammen eine bisher unvorstellbare Vielfalt menschlicher Vorfahren repräsentieren, entgegen der vorherrschenden Definition von Arten nicht nur zeitlich und räumlich koexistierten, sondern sich auch wiederholt gekreuzt haben. Auch bisher angenommene evolutionäre Trends (z.B. eine im Laufe der Zeit zunehmende Gehirngröße, gekoppelt mit zunehmender kultureller Komplexität und einer Erweiterung des ökologischen Spektrums) sind angesichts der neuen Datenlage fraglich. Die traditionellen, linearen und auch die jüngst propagierten "buschigen" Modelle werden diesen neuen Entwicklungen nicht mehr gerecht. Erforderlich ist daher ein neuer konzeptioneller Forschungsrahmen, der den rasanten methodischen Entwicklungen standhält, gezielt die Gewinnung neuer Evidenz forciert und der derzeitig vorherrschenden fragmentarischen Untersuchung fossiler und archäologischer Funde durch eine integrierte Betrachtung biologischer, kultureller und ökologischer Aspekte entgegenwirkt. Das geplante Exzellenzcluster HUMAN ORIGINS (CoE) wird die Stärken der Universität Tübingen in der Erforschung menschlicher Evolution nutzen, um einen solchen Rahmen zu schaffen. Statt sich auf bestimmte Homininen oder Zeiträume zu beschränken, wird das Cluster eine umfassende Erforschung von drei großen, miteinander verbundenen Themenkomplexen vornehmen, die über Zeit und Raum hinweg untersucht werden (Systematik und evolutionäre Beziehungen; Evolution der menschlichen Kognition; Evolution der menschlichen ökologischen Nische). Die Untersuchung erfolgt diachron in drei Zeitintervallen, die sich über die letzten 5 Millionen Jahre der menschlichen Evolution erstrecken. Parallel dazu werden im Rahmen des geplanten Ethiklabors Leitlinien für die Forschung entwickelt. HUMAN ORIGINS wird damit grundlegende Fragen sowohl der Wissenschaft als auch der Gesellschaft angehen: Woher stammen wir und wie ist es dazu gekommen? Welche Bedingungen haben biologische und kulturelle Anpassungen ermöglicht? Welche Wirkung hatte die Biologie auf Kultur und Technologie? Wie haben umgekehrt kulturelle und technologische Entwicklungen unsere Biologie beeinflusst? Wie kam es dazu, dass Homo sapiens, unsere eigene Art, heute der einzige überlebende Hominine ist? HUMAN ORIGINS wird maßgeblich dazu beitragen, einen Paradigmenwechsel in der Erforschung der menschlichen Evolution herbeizuführen. Bestehende Fehlkonzeptionen werden überwunden und durch eine umfassende und kohärente Gesamtbetrachtung etablierter und neuer Entdeckungen ersetzt. In Umfang und Anspruch wird das Projekt sowohl national als auch international hervorstechen und die Universität Tübingen an die Spitze der Forschung zur menschlichen Evolution führen.
DFG-Verfahren Exzellenzcluster (ExStra)
Antragstellende Institution Eberhard Karls Universität Tübingen
 
 

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