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Victor Klemperers `LTI. Notizbuch eines Philologen`. Ein Kommentar.
Antragstellerin
Kristine Fischer-Hupe
Fachliche Zuordnung
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung
Förderung von 2001 bis 2002
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5344341
Victor Klemperers ´LTI, Notizbuch eines Philologen`von 1947 hat über Jahrzehnte einem breiteren Lesepublikum die ´Sprache des Nationalsozialismus`im weitesten Sinne nahe gebracht und stellt für die Sprachwissenschaft einen zentralen Referenztext zum Thema dar. Die Arbeit macht sich zur Aufgabe, mit diesem Buch eine der frühesten und die wohl meistgelesene Auseinandersetzung mit der Sprache im Nationalsozialismus erstmals umfassend zu kommentieren. Anhand der Tagebuchaufzeichnungen des Autors und zahlreicher anderer, teilweise bislang unveröffentlichter Dokumente wird die Geschichte des Buches rekonstruiert: seine Entstehung in den Jahren 1933-1946, seine verschiedenen Editionen in Ost- und Westdeutschland und schließlich seine Rezeption in der Öffentlichkeit des geteilten und wieder vereinigten Deutschlands sowie in der Sprachwissenschaft. `LTI´lässt sich als eine `kommentierende Kompilation´der in der Zeit des Nationalsozialismus von Klemperer gemachten Sprachbeobachtungen bezeichnen, die sich den unmittelbaren, authentischen Charakter der Tagebuchnotizen erhält, gleichzeitig aber immer wieder, gerade von der Fachwelt, als Wörterbuch wahrgenommen wurde. In der Bundesrepublik die längste Zeit kaum bekannt, erlangte `LTI´in der DDR Kult-Status und zwar unter Regime-Befürwortern (als antifaschistisches Aufklärungsbuch) wie unter -Kritikern; sie zogen Parallelen zur Gegenwart. In weiteren Kapiteln der Arbeit werden Fragen wie die nach dem Sprachbegriff und Sprachgebrauch Victor Klemperers, dem "enzyklopädischen Stil" oder dem "Verrat der Intellektuellen" erörtert. Ein ausführlicher Stellenkommentar und ein detailliertes Register stellen u.a. den Bezug zu den Tagebüchern 1933-1945 her, aus denen `LTI´hervorgegangen ist. In einem materialreichen Anhang werden Übersichten über die Editionen von `LTI´ bzw. Rezeptionszeugnisse vorgelegt und wichtige Dokumente, teilweise in Auszügen, präsentiert.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
