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Die Transformation von Staatlichkeit. Europäisierung und Bürokratisierung in der Organisationsgesellschaft

Antragsteller Michael Felder
Fachliche Zuordnung Politikwissenschaft
Förderung Förderung von 2001 bis 2002
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5353808
 
Im Rahmen der Arbeit wird die Veränderung von Bürokratisierungsprozessen und von Staatlichkeit im Kontext bürokratie-, staats- und integrationstheoretischer Ansätze analysiert und aus einer macht- und herrschaftskritischen Perspektive reflektiert. Die theoretische Fassung von Bürokratisierungsprozessen wird mit einer empirisch informierten Beschreibung des Wandels verbunden werden. Grundlegend ist die Annahme, daß im Zuge der Herausbildung neuer Phasen von Staatlichkeit zugleich neue Bürokratisierungsmuster entstehen. Entgegen gängiger Vorstellungen wird die These vertreten, daß wir uns gegenwärtig nicht in einer Phase der Auflösung, sondern vielmehr der Herausbildung neuer bürokratischer Strukturen befinden. In der bürokratietheoretischen Analyse wird die Notwendigkeit einer umfassenden Betrachtung von Bürokratie als Organisationsform, gesamtgesellschaftliches Phänomen und spezifisches Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung hervorgehoben. Im Mittelpunkt der staatstheoretischen Analyse steht der Übergang zum Schumpeterschen Workfare Regime, der auf neuen Formen der Artikulation von Politik und Ökonomie - die in der Arbeit vor allem als veränderte Mediationen begriffen werden - basiert. Durch die Einführung des ökonomisch-modularisierten Organisationsregimes wird eine organisations- und bürokratietheoretische Erweiterung der staatstheoretischen Perspektive vorgenommen. Europäische Integration als Konkretisierung der im Schumpeterschen Workfare Regime angelegten Internationalisierung des Staates führt zur Herausbildung partiell gemeinschaftlicher Strukturen von Staatlichkeit, die die Grundlage für eine Strukturierung von Staatlichkeit durch Europäische Integration legen. Staatstheoretische Überlegungen können für eine kritische Integrationsforschung fruchtbar gemacht werden und durch die stärkere Berücksichtigung europäischer Integration können zeitgemäße Ausgangspunkte für eine Bürokratiekritik gefunden werden. Neue Formen der Bürokratisierung zeigen sich in der Herausbildung schumpeterscher Bürokratisierungsmuster, die zu einer Eingrenzung des Politischen führen, und in der Art und Weise, wie sich die Transformation von Staatlichkeit vollzieht, nämlich nach dem Muster einer passiven Revolution.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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