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Autorschaft und Geschlechterrolle - Möglichkeiten weiblichen Literatentums im Mittelalter
Antragstellerin
Claudia Spanily
Fachliche Zuordnung
Germanistische Mediävistik (Ältere deutsche Literatur)
Förderung
Förderung von 2001 bis 2002
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5356198
Dass Frauen im Mittelalter als Autorinnen hervortraten, gilt als eine Ausnahmeerscheinung, denn die Literaturproduktion war eine Domäne der Männer. Nicht zuletzt die hersschenden Vorstellungen von der weiblichen Schwäche in intellektueller und auch moralischer Hinsicht wirkten sich als gravierende Benachteiligung aus. Dennoch ist die Zahl der schreibenden und durch ihre Werke im literarischen Diskurs präsenten Frauen überraschend hoch. Die vorliegende Arbeit hat für eine repräsentative Auswahl von lateinischen wie volkssprachigen Autorinnen (vom 8. bis zum 16. Jh.) Aussagen, in denen Frauen ihre Schreibtätigkeit rechtfertigen, gesammelt, historisch und literarisch in ihren jeweiligen Kontexten analysiert und bewertet. Ein umfangreicher systematischer Teil stellt die Elemente ihrer Rechtfertigungstrategien, ihre Bekenntnisse, Argumentationsmuster, Bilder und Belege zu einer Art Topik weiblicher Schreiblegitimation zusammen. Dabei wird deutlich, dass es den Frauen gelang, ihre sozial determinierten geschlechtsspezifischen Defizite zu kompensieren, indem sie das christliche Paradox von der Stärke des Schwachen und der Weisheit des Ungelehrten bewusst für sich in Anspruch nahmen.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
