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Fremdes Bewußtsein

Subject Area Theoretical Philosophy
Term from 2002 to 2003
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 5357199
 
Die Arbeit beinhaltet eine breit angelegte kritische Auseinandersetzung mit der philosophischen Position des "Eliminativen Materialismus", welcher bereits in den sechziger Jahren in den Grundzügen von Paul Feyerabend formuliert wurde. Die Position wurde in den letzten Jahren vor allem von Paul und Patricia Churchland wiederbelebt, die anhand neurowissenschaftlicher Funde und Modelle über das menschliche Gehirn argumentieren. Kurz gefasst besagt ihre These, dass die Dynamik der mentalen Prozesse in unserem Gehirn vollkommen unterschiedlich ist von dem, was uns unsere Alltagspsychologie sagt, und letztere deswegen zu verwerfen ist. Ähnlich wie bei Freud beinhaltet die These des Eliminativisten eine starke skeptische Position bezüglich unseres Wissens über uns selbst. Freud hatte argumentiert, dass wir die wahren Impulse unseres eigenen Denkens und Handelns oft nicht kennen, da diese unterbewusst sind. Die These der Eliminativisten ist radikaler, da sie das gesamte Vokabular unserer Alltagspsychologie als völlig verworren zurückweist und fordert, eine zukünftige bessere Psychologie müsse auf viele der jetzigen psychologischen Prädikate verzichten. Wir sollten also nun beginnen, diese zu eliminieren und mit Hilfe der materialistischen Disziplin der Neurowissenschaft zu einer neuen Beschreibung der Natur des Menschen und dessen Verhaltens zu gelangen. Der Titel "Alien Minds" nimmt also auf die anticartesianische Behauptung des Eliminativisten Bezug, dass wir kein direktes Wissen unseres eigenen Bewusstseins haben und uns sogar generell darüber täuschen. Überraschenderweise zeigt sich, dass die Argumentation um den Eliminativismus durch die gesamte heutige analytische Philosophie des Geistes führt und auch noch eine Reflexion auf die Methode der analytischen Philosophie schlechthin erzwingt. Dabei wird auf interdisziplinäres und teilweise brandneues Wissen aus den verschiedensten Bereichen integriert, wie z.B. aus der Geschichte der Philosophie, den Neurowissenschaften, der empirischen kognitiven Psychologie, der Sozialpsychologie, der Sprachphilosophie, der Linguistik und der Wissenschaftstheorie. Die Arbeit zeigt in letzter Konsequenz nicht nur, warum der Eliminativismus zurückzuweisen ist, sondern auch, inwiefern viele der bisherigen Widerlegungen falsch sind.
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