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Aristotelische Diskurse. Studien zur Rezeption und Transformation aristotelischer Denkfiguren in der politischen Philosophie des 20. Jahrhunderts
Antragsteller
Dr. Thomas Gutschker
Fachliche Zuordnung
Geschichte der Philosophie
Förderung
Förderung von 2002 bis 2003
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5361925
Die Arbeit behandelt die Wiederaufnahme aristotelischer Denkfiguren in der politischen Philosophie des 20. Jahrhunderts. Sie beruht auf der Annahme, daß es sich dabei um einen Prozeß sowohl der Rezeption als auch der Transformation handelt, der aristotelische Positionen in kreativer Weise in das Denken unserer Zeit einformt, sie dadurch neu zum Sprechen bringt und theoretische Sackgassen neuzeitlicher Philosophie überwindet. Die Untersuchung nimmt ihren Ausgang bei den frühen Vorlesungen Martin Heideggers (1922-25), die den Weg für den hermeneutisch reflektierten Neuzugang zur praktischen Philosophie des Aristoteles geebnet haben. Wiewohl Heidegger keine genuin politische Philosophie entwickelte, leisteten dies nach dem 2. Weltkrieg die Schüler seiner frühen Jahre: Hannah Arendt und Leo Strauss als deutsche Emigranten in den Vereinigten Staaten, Hans-Georg Gadamer als einflußreiche Figur der in Deutschland unternommenen "Rehabilitierung der praktischen Philosophie". Neben diesen Autoren wird auch das Werk von Eric Voegelin, Joachim Ritter, Dolf Sternberger, Alasdair MacIntyre und Martha Nussbaum untersucht. Erstmals werden die Linien herausgearbeitet, die Heidegger mit diesen Denkern und die diese Denker untereinander verbinden, wobei Aristoteles jeweils der "Generalnenner" ist. Die Studie mündet in eine Topologie aristotelischer Denkfiguren im 20. Jahrhundert.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
