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Die Ecole des Beaux-Arts in Paris: Ein gebautes Architekturtraktat des 19. Jahrhunderts

Antragsteller Jörn Garleff
Fachliche Zuordnung Kunstgeschichte
Förderung Förderung von 2002 bis 2003
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5362366
 
Die Ecole des Beaux-Arts zählt neben dem Justizpalast, dem Louvre und der Garnier-Oper zu den wichtigsten Bauwerken des 19. Jahrhunderts in Paris und ist weltweit das erste eigenständige Modell für eine Ausbildungsstätte der Künste. Die Gesamtanlage ist ein Konglomerat von Gebäuden und Gebäudeteilen des 17. bis 20. Jahrhunderts mit integrierten Baufragmenten der Antike sowie des 15. und 16. Jahrhunderts. Die wesentliche Ausprägung erhielt sie durch den Architekten Félix Duban von 1832 bis 1870. Dabei übertrugen Duban und sein Baustellenleiter Henri Labrouste die entwicklungstheoretischen Gedanken der Naturwissenschaften um 1830 in die Architektur. Die Struktur des Ensembles mit den Bauten für den Unterricht, die Wettbewerbe, die Sammlungen und die Ausstellungen ergab sich vor dem Hintergrund, die Grundrisse und Baukörper als Teil eines entwicklungsgeschichtlichen Schichtenmodells zu verstehen. Analog zu archäologischen Schichten hatte der Schüler das gebaute pädagogische Lehrbuch in chronologischen Kapiteln zu lesen, die die Hauptepochen der Kunst betonen, aber auch weniger geschätzte Epochen vorstellen sollten. Die Ecole des Beaux-Arts wurde so zu ein Kompendium aus Architekturgeschichte, Materialkunde und Architekturtheorie. Dieses "gebautes Architekturtraktat" ist in seiner Ausprägung einzigartig geblieben. In zeitlicher Nähe entwickelte aber ab 1837 der Freund Léonce Reynaud als Architekturlehrer an der Ecole Polytechnique und an der Ecole des Ponts et Chaussées das 'Traité d'architecture'. Es wurde von 1850 bis 1858 publiziert und ist als schriftliches Pendant anzusehen.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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