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GRK 3096: One Health-Ansatz für bodenübertragene Helminthen
Fachliche Zuordnung
Mikrobiologie, Virologie und Immunologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 536355188
Bodenübertragene Helminthen (STH) gehören zu den häufigsten, vernachlässigten Krankheiten des Menschen und der Tiere. Darüber hinaus beeinträchtigen STH-Infektionen die anthropogene Umwelt durch langfristige Bodenkontaminationen, einen begrenzten Zugang zum Gesundheitssystem, Benachteiligung bei sozioökonomischen Faktoren und Anthelminthika-Resistenzen. Diese äußerst schädlichen Folgen von STH-Infektionen stehen im klaren Gegensatz zum geringen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bewusstsein der negativen Auswirkungen dieser Infektionen und dem Mangel an Ausbildung zukünftiger Forscher auf diesem Gebiet in Deutschland. Das GRK möchte diese Ausbildungslücke schließen, indem es die nächste Generation von Helminthologen in einem One-Health-Ansatz ausbildet, die sich mit Infektionen beim Menschen und Tieren sowie mit der anthropogenen Umwelt befassen. Die Forschung in den drei One-Health-Bereichen konzentriert sich auf Askarideninfektionen beim Menschen (Ascaris lumbricoides), bei Schweinen (Ascaris suum) und bei Hühnern (Ascaridia galli). Innovative Forschungsprojekte werden folgende Fokusbereiche abdecken: I) Auswirkungen von Askarideninfektionen im frühen Lebensalter, II) Entschlüsselung der metabolischen und mikrobiellen Interaktionen von Askariden mit ihren Wirten, III) Auswirkungen von Askariden auf Koinfektionen und Impfungen, IV) Mechanismen der Anthelminthika-Resistenz, V) Zugang oder Barriere zum Gesundheitssystem und Entwicklung gesundheitsökonomischer Programme, sowie VI) Modellierung der biotischen und abiotischen Faktoren, die das Überleben von Wurmeiern im Boden und die Übertragung auf Wildtiere beeinflussen. Die wissenschaftlichen Projekte in den drei One-Health-Bereichen werden interdisziplinär durch gemeinsame Studien bearbeitet: a) eine Geburtenkohortenstudie in Kenia in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus den führenden Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen Kenias; b) experimentelle Infektionen und Studien in ökologischen Schweine- und Hühnerfarmen in Deutschland, sowie c) anthropogene Umwelteffekte in Deutschland und Kenia. Die wissenschaftlichen Themen und gemeinsamen Studien sind zentral für das Ausbildungskonzept des GRK. Das Ziel ist es, Wissenschaftler in neuesten Technologien und spezifischen Fertigkeiten, mit einem umfänglichen Wissen zur Helminthologie und mit Sachkunde in interdisziplinären Ansätzen auszubilden. Dies wird erreicht durch die Integration der drei One-Health-Bereiche im wissenschaftlichen Ausbildungsprogramm, kombiniert mit maßgeschneiderten Kursen und Workshops. Die spezifische Ausbildung wird ergänzt durch ein umfassendes Training in Sozialkompetenzen und fachübergreifenden Fähigkeiten. Das Hauptziel des GRK ist es, die nächste Generation von One-Health-Helminthologen mit Fertigkeiten auszustatten, die es ihnen ermöglicht, weitreichende zukunftsweisende wissenschaftliche Studien zu Helminthen im Menschen, Tieren und der betroffenen anthropogenen Umwelt durchzuführen.
DFG-Verfahren
Graduiertenkollegs
Antragstellende Institution
Freie Universität Berlin
Beteiligte Institution
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde; Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)
im Forschungsverbund Berlin e.V.; Robert Koch-Institut (RKI)
im Forschungsverbund Berlin e.V.; Robert Koch-Institut (RKI)
Sprecherin
Professorin Dr. Susanne Hartmann
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler
Professorin Dr. Johanna Hanefeld; Professorin Dr. Stephanie Kramer-Schadt; Professorin Dr. Raluca Aura Niesner; Dr. Francisco Pozo-Martin, Ph.D.; Dr. Sebastian Rausch; Professorin Dr. Isabelle Ruhnke; Professorin Eva-Maria Saliu, Ph.D.; Professor Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna
