Detailseite
Vom `Wilden Denken` zur `polyphonen Kultur`: Karibische Diaspora in New York
Antragstellerin
Professorin Dr. Bettina Erika Schmidt
Fachliche Zuordnung
Ethnologie und Europäische Ethnologie
Förderung
Förderung von 2002 bis 2003
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5375405
Die Arbeit beschäftigt sich mit Religionsgemeinschaften karibischer Migranten in New York (vor allem Vodou, Santería und Shango), anhand derer die Flexibilität kultureller Phänomene aufgezeigt werden soll. Aus dem Kontakt zwischen verschiedenen karibischen Religionen entstehen in New York kontinuierlich neue religiöse Mischungen. Im Anschluss an die Darstellung der einzelnen Religionsgemeinschaften werden kulturtheoretische Ansätze aus Lateinamerika präsentiert, die sich mit kulturellen Mischungen auseinandersetzen. Dabei geht es sowohl um verschiedene Perspektiven auf Mischkulturen als auch um die Konfrontation mehrerer Kulturen in einer Gesellschaft. Die vorgestellten Modelle werden jeweils mit Beschreibungen religiöser Rituale konfrontiert, an denen sowohl die Schwächen als auch die Stärken der Modelle deutlich werden. Anschließend wird basierend auf dem bricolage-Modell von Lévi-Strauss "bricolage" zu einer polyphonen Kulturtheorie erweitert, die helfen soll, den kulturellen Prozess zu erklären. An den karibischen Kulturen verdeutlichen sich besonders gut die veränderten Anforderungen an eine Kulturtheorie. Es zeigt sich dabei, dass Kulturen nicht mit einem geschlossenen Körper gedacht werden können, sondern voller Brüche, Widerspruche und Wiederholungen sind und sich in einem kontinuierlichen Fluss befinden.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
