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Die Kathedrale von Lodève und die Entstehung der languedokischen Gotik

Antragsteller Andreas Curtius
Fachliche Zuordnung Kunstgeschichte
Förderung Förderung von 2002 bis 2003
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5383800
 
Das Languedoc mit seiner starken und eigenständigen kulturellen Tradition hat sich im 13. Jahrhundert nur zögernd den Einflüssen des Nordens geöffnet. Deshalb konnte der gotische Baustil erst 100 Jahre nach seiner Entstehung in der Ile-de-France dort Fuß fassen. Orientieren sich die ersten gotischen Kathedralen Südfrankreichs noch sehr an zeitgenössischen Bauten der Krondomäne, so tritt mit der Kathedrale von Lodève ab Ende der 1260er Jahre eine eigentümlich herbe, nüchterne Formensprache auf, die den Stil der folgenden Jahrhunderte prägen sollte. Durch minutiöse Bauuntersuchungen und Quellenforschung konnte erstmals die Baugeschichte dieses bislang unterschätzten Bauwerks geklärt werden. Mit einer Datierung des Baubeginns noch vor dem der großen Kathedralen von Narbonne und Toulouse zeigt sich, daß diese sich weniger voraussetzungslos darstellen, als bislang angenommen. Die Anlehnung des Kathedralbaus in Lodeve an das Vorbild der benachbarten Kathedrale von Béziers und dessen stilistische Abwandlung im Sinne einer Bettelordensästhetik bekommt vor dem Hintergrund des in der Region vehement ausgetragenen franziskanischen Armutsstreits eine programmatische Dimension, die das Bauwerk in hohem Maße als Bedeutungsträger erscheinen läßt. Zahlreiche bisher kaum erforschte Bauten der Region werden in die Betrachtung miteinbezogen. Erstmals wird die Entstehung der südfranzösischen Ausprägung der Gotik in ihrem geistesgeschichtlichen Zusammenhang erklärt.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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