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Der dressierte Leib. Das Ballett als kultur-, körper- und sozialhistorisches Phänomen

Antragstellerin Dr. Dorion Weickmann
Fachliche Zuordnung Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 2002 bis 2003
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5383991
 
Dieses Buch beleuchtet zum erstenmal alle Aspekte der Entstehungsgeschichte des Balletts, die den abendländischen Zivilisationsprozess widerspiegelt. Anhand des überlieferten Schrifttums zeigt es zunächst, wie seit der Renaissance ein stetig dichter werdendes Reglement den ganzen Körper und sämtliche Bewegungen erfasst, bis alle spontanen Regungen eliminiert sind. Der zweite, sozialgeschichtlich orientierte Abschnitt zeichnet die Professionalisierung der Pariser Oper nach, um anschließend das soziale Profil des Tänzerberufes - also Ausbildungsbedingungen, Werdegänge, Lohn-, Hierarchie- und Disziplinargefüge - zu skizzieren. Schließlich rückt die kulturhistorische Bedeutung des "Romantischen Balletts" in den Blick, das den Höhepunkt der Tanzkunst markiert. Seine melodramatischen Parabeln - etwa La Sylphide (1831) oder Giselle (1842) - begeisterten Publikum wie Kritik gleichermaßen, erzählten sie doch von verzehrender Leidenschaft, ohne den bürgerlichen Komment in Frage zu stellen. Zu diesem Erfolg trugen nicht zuletzt die Starballerinen bei, die hier zum erstenmal ihre Kollegen überflügelten. Deshalb analysiert der dritte Teil des Buches das Geschlechtermodell des klassischen Tanzes - ein diskursives Konstrukt, das die Tanzmeister persönlich verfertigten und verfestigten. Biographische Exkurse, die den Lebenswegen der berühmtesten Ballerinen des 19. Jahrhunderts nachgehen, vermitteln darüber hinaus persönliche Eindrücke und Einblicke.Veröffentlichungstitel: "Der dressierte Leib. Kulturgeschichte des Balletts 1580-1870."
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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