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Eduard Kohlrausch - Kriminalpolitik in vier Systmen. Eine strafrechtshistorische Biographie

Antragsteller Holger Karitzky
Fachliche Zuordnung Grundlagen des Rechts und der Rechtswissenschaft
Förderung Förderung von 2002 bis 2003
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5390296
 
Der Strafrechtswissenschaftler Eduard Kohlrausch (1874-1948) war eine dominierende Gestalt der deutschen Strafrechtsreform in der ersten Hälte des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Untersuchung seiner Kriminalpolitik in vier Systemen. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse der kriminalpolitischen Aktivitäten Kohlrauschs im Dritten Reich und in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Untersucht werden Kontinuitätslinien in der modernen Kriminalpolitik. Für die Verknüpfung von Werkanalyse und diesem allgemeinen Erkenntnisinteresse ist Kohlrausch eine ideale Person, weil er als Nachfolger Franz von Liszts die Entwicklung der modernen Schule maßgeblich mitbestimmte und sich systemübergreifend auch als Mitglied staatlicher Kommissionen an der Strafrechtsreform beteiligte. Nachgezeichnet wird vorab ein spannungsreiches Juristen-Leben in vier Systemen. Zentral ist die Untersuchung eines ambivalenten Verhaltens im nationalsozialistischen Deutschlands. Im Schlussteil verschmelzen Leben und kriminalpolitisches Werk. 1947 wurde der Ost-Berliner Hochschullehrer Kohlrausch wegen seiner Kriminalpolitik im NS-Staat beurlaubt. Diesem "Fall Kohlrausch" folgen abschließende berufsethische Überlegungen zu einer wissenschaftlichen Kriminalpolitik.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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