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Ursachen und Effekte des Umgangs mit Herausforderungen beim fächerübergreifenden Unterrichten in gesellschaftswissenschaftlichen Verbundfächern
Antragsteller
Dr. Marcel Grieger
Fachliche Zuordnung
Allgemeines und fachbezogenes Lehren und Lernen
Erziehungswissenschaftliche Sozialisations- und Professionalitätsforschung
Erziehungswissenschaftliche Sozialisations- und Professionalitätsforschung
Förderung
Förderung seit 2024
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 541229524
Gesellschaftswissenschaftliche Verbundfächer sind Alltag an weiterführenden Schulen in 13 Bundesländern in Deutschland. Sie führen zumeist politische, historische und geografische Perspektiven zusammen. Mit Ausnahme von Brandenburg existiert für sie aber keine fächerübergreifende Lehramtsausbildung. Lehrkräfte kommen nicht umhin, teilweise fachfremd zu unterrichten. Wie zu erwarten, geht für sie mit der Arbeit in Verbundfächern viele Herausforderungen einher, die kurzfristig belastend und dauerhaft beanspruchend wirken können. Lehrkräfte und Beschäftigte in anderen sozialen Berufen fühlen sich ohnehin stärker psychisch belastet und emotional erschöpft als Mitglieder anderer Berufsgruppen. Angesichts des grassierenden Lehrkräftemangels ist es eine drängende Aufgabe, Lehrkräfte gesund und in der Schule zu halten. Ob sich Lehrkräfte unter diesen Vorzeichen zutrauen, mit Herausforderungen umzugehen und welche Ursachen und Konsequenzen dieses Zutrauen hat, sind entscheidende wie unbeantwortete Fragen für gesellschaftswissenschaftliche Verbundfächer. Es ist somit das erste Ziel dieses Vorhabens, die den gesellschaftswissenschaftlichen Verbundfächern attestierten Herausforderungen und Potenziale mit einer deutschlandweiten Fragebogenerhebung zusammenzutragen und zweitens die Selbstwirksamkeitserwartungen der das Fach unterrichtenden Lehrkräfte in Bezug auf den Umgang mit den Herausforderungen zu ermitteln. Drittens wird untersucht, welche Auswirkungen dieses Belastungsempfinden auf längerfristige Beanspruchungsempfinden hat, das sich unter anderem in Burnout oder dem Wunsch nach einem Arbeitsplatzwechsel äußert, und welche Ressourcen Lehrkräfte nutzen, um diesen negativen Effekten zu begegnen. Viertens und letzten wird schließlich bestimmt, inwiefern sich Unterschiede in den zuvor genannten Wirkungszusammenhängen in der Anhängigkeit des Grads der Fachfremdheit zeigen. Letztendlich zielt das Vorhaben darauf ab, einen Beitrag zur langfristigen Stärkung des Bildungssystems zu leisten, indem Gelingensbedingungen für die Schaffung eines unterstützenden Umfelds identifiziert werden, das Lehrkräfte im System Schule (gesund) hält. An den Zusammenhängen von Ressourcen, Belastung und Beanspruchung kann die Lehrkräfteaus- und Fortbildung ansetzen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
