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Allogene Zell-Therapie bei refraktären T-Zell-Lymphomen (REACT).
Antragsteller
Professor Dr. Andreas Hüttmann; Professor Dr. Gerald Wulf
Fachliche Zuordnung
Hämatologie, Onkologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 541369058
Das periphere T-Zell-Lymphom (PTCL) ist eine seltene Erkrankung, die sich aus verschiedenen Subtypen zusammensetzt. Mit wenigen Ausnahme ist die Prognose mit einer 2-Jahres-Rate des progressionsfreien Überlebens (PFS) von 27-40% schlecht. Die Standard-Erstlinienbehandlung ist eine Chemotherapie nach dem CHO(E)P-, oder bei einem bestimmten Subtyp, nach dem BV-CHP-Protokoll. Versuche, die Ergebnisse durch andere Therapien zu verbessern, sind gescheitert. Umstritten ist der Versuch, einen Behandlungserfolg durch eine Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Blutstammzelltransplantation (autoSCT) zu verfestigen. Ein besonderes Merkmal des PTCL ist die primär refraktäre Erkrankung. Trotz des Ansprechens auf die ersten Behandlungszyklen kommt es bei etwa einem Drittel der Patienten unter fortgesetzter Therapie zu einem Fortschreiten der Erkrankung. Von den Patienten, bei denen es nicht zu einem Fortschreiten der Erkrankung kommt, erreichen viele am Ende der Behandlung keine vollständige Remission. Da die dann eingesetzten Chemotherapien nur eine begrenzte Wirksamkeit aufweisen, erreichen die meisten primär refraktären Patienten nie eine Remission und erliegen ihrer Krankheit. Patienten, die nach einer längeren Zeit der Krankheitskontrolle einen Rückfall erleiden, haben bessere Aussichten, da die allogene Transplantation (alloSCT), die wirksamste Behandlungsmethode, bei etwa der Hälfte der transplantierten Patienten eine Heilung bewirkt. Die größte Hürde, die Patienten mit primär refraktärer Erkrankung davon abhält, sich einer alloSCT zu unterziehen, ist das Fortschreiten der Erkrankung, so dass diese Patienten identifiziert werden sollten, bevor dieses Ereignis eintritt. Chemotherapieprotokolle, die eingesetzt werden, um das Lymphom vor der Transplantation zurückzudrängen, sind häufig unwirksam und weisen eine erhebliche Toxizität auf. Damit reduziert sich die Zahl der Patienten, die eine allogene Transplantation erhalten können, weiter. In der PTCL-Untergruppe einer großen multizentrischen Lymphom-Studie (PETAL), identifizierte die Positronen-Emissionstomographie/Computertomographie (PET/CT) PTCL-Patienten mit Therapieversagen, bevor es zu einem Lymphomwachstum unter der laufenden Therapie oder einen Rückfall kam. Daher könnte die PET/CT für einen beträchtlichen Teil der Patienten mit verheerender Prognose die Möglichkeit einer alloSCT eröffnen. Das Neue am Design der REACT-Studie liegt nicht in den Behandlungsschemata, sondern in der Verwendung der PET/CT während der Behandlungsphase zur frühzeitigen Erkennung eines Therapieversagens und Einleitung einer alloSCT. Ein mittels PET/CT-definiertes Therapieversagen kann betroffenen Patienten ermöglichen, sich in gutem Zustand und bei geringer Tumorlast einer alloSCT zu unterziehen. Wenn sich die Hypothese bestätigt, wird die Studie das Überleben von Hochrisiko-PTCL-Patienten verbessern. Eine an das PET/CT-Ansprechen angepasste Therapie könnte für diese Patienten zur Standardbehandlung werden.
DFG-Verfahren
Klinische Studien
