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Das Gräberfeld von Oberhof (Aukstkiemiai)

Antragsteller Professor Dr. Wilfried Menghin (†)
Fachliche Zuordnung Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Förderung Förderung von 2004 bis 2008
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5421948
 
Das im ehemaligen Ostpreußen gelegene Gräberfeld von Oberhof, Kr. Memel (heute Akstkiemiai, Raj. Klaipèda, Litauen) wurde in den Jahren 1886 bis 1888 von Otto Tischler ausgegraben. Insgesamt wurden dort etwa 460 Gräber freigelegt, die vom 3. bis ins 13. Jh. zu datieren sind. Es ist ein Referenzgräberfeld für Tischlers chronologische Gliederung Ostpreußens. Abgesehen von zusammenfassenden Vorberichten sowie Abbildungen und Erwähnungen einzelner Objekte wurde die Nekropole jedoch nie publiziert. Material und Dokumentation befanden sich bis 1945 im Prussia-Museum in Königsberg. Durch die Wirren des 2. Weltkriegs wurde die Sammlung auseinandergerissen und galt lange Zeit als verschollen. Heute wird der größte Teil des erhaltenen Bestandes im Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte aufgewahrt. [...] Auf dieser Grundlage kann eine chronologische Gliederung des Gräberfelds und darauf aufbauend für das Memelgebiet erarbeitet werden. Ausstattungsmuster und Bestattungssitten werden epochenvergleichend behandelt. Die Existenz einer Memel-Kultur bzw. ihrer Westlitauischen Gruppe während des gesamten Belegungszeitraums, von der Römischen Kaiserzeit bis ins frühe Mittelalter, wird zu prüfen sein, ebenso wie die Verbindung dieses Raumes mit dem Siedlungsgebiet der Kuren. Die Aufarbeitung der Grabfunde von Oberhof ist der Schlüssel zum Verständnis der Kulturentwicklung des Memelgebiets von der Kaiserzeit bis ins frühe Mittelalter, einer wichtigen Grenzlandschaft des südöstlichen Ostseeraums, die bislang nicht systematisch aufgearbeitet ist.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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