Expression, Funktion und Regulation des neuen Peptidhormons Hepcidin
Final Report Abstract
Dem Peptidhormon Hepcidin kommt als antimikrobiellem Peptid und zentralen Regulator des Eisenstoffwechsels eine besondere Rolle zu. Zu Beginn der zurückliegenden Förderperiode war nur wenig über die Expression und Regulation von Hepcidin bekannt. Wir konnten in den letzten 6 Jahren einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Rolle von Hepcidin leisten und unsere Ergebnisse in zahlreichen hochrangigen Journalen veröffentlichen. Dabei war insbesondere die Entwicklung spezifischer Antikörper von grundlegender Bedeutung und hat es uns zum ersten Mal erlaubt, Untersuchungen zur Regulation von Hepcidin auch auf der Proteinebene durchzuführen. Durch die Etablierung der ELISA-Assays für Prohepcidin und Hepcidin ist es nun zusätzlich möglich, die spezifischen Hepcidinkonzentrationen im Serum, aber auch in anderen biologischen Proben, schnell und unabhängig von teurem Equipment zu bestimmen. Da diese ELISAs für einen großen Nutzerkreis zugänglich sind, kann unser Wissen über die Rolle von Hepcidin bei verschiedensten Pathologien schneller als bisher möglich vertieft und ausgebaut werden. Mit Hilfe unseres etablierten Zellkulturmodells der Steatosis hepatis konnten wir bereits zeigen, dass Hepcidin in Abhängigkeit der zugegebenen Fettkonzentration reguliert wird. Wir haben wichtige Einblicke in die zugrunde liegenden Mechanismen erhalten, die verdeutlichen, dass die Fetteinlagerungen mit schwerwiegenden Störungen der Eisenhomeostase einhergehen. Weitere Studien sind jedoch nötig, um die Mechanismen vollständig aufzuklären. Unsere Forschungen der letzten Jahre haben sich darüber hinaus auch auf die bisher nur wenig beachteten extrahepatischen Hepcidinexpressionen konzentriert. Wir konnten erfolgreich nachweisen, dass Hepcidin auch in Herz, Pankreas, dem biliären System und im Magen gebildet wird. Dabei scheint Hepcidin in den meisten dieser Organe protektive Funktionen zu erfüllen. Nach kardialer Ischämie aber auch bei Entzündungen der Galle und des Magens wird Hepcidin vermehrt produziert. Dadurch wird die Eisenaufnahme im Darm aber auch die Freisetzung des Spurenelementes aus Makrophagen reduziert. Somit verringern sich toxische Schäden durch reaktive Sauerstoff-Spezies, deren Entstehung durch freies Eisen begünstigt wird. Für Hepcidin im Magen konnten wir eine bisher unbekannte Funktion des Peptides als Regulator der Säuresekretion nachweisen. Die Bedeutung dieser neuen Funktion für den systemischen und lokalen Eisenstoffwechsel wird in zukünftigen Studien aufgeklärt. Unsere Forschung im Bereich der extrahepatischen Hepcidinexpressionen hat neue interessante Forschungsfelder eröffnet, die inzwischen weltweit Beachtung gefunden haben.
Publications
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Gastrales Hepcidin und seine Rolle bei der Regulation der Magensäure-Sekretion. Z Gastroenterol 2011;49:1007-1216; Georg Thieme Verlag Stuttgart New York.
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Strnad, Pavel; Schwarz, Peggy; Rasenack, Maria C. D.; Kucukoglu, Ozlem; Habib, Rayan I.; Heuberger, Dominik; Ehehalt, Robert; Müller, Michael W.; Stiehl, Adolf; Adler, Guido & Kulaksiz, Hasan
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