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Der Verlauf der Mitralklappeninsuffizienz nach interventionellem Trikuspidalklappenersatz bei Patienten mit Trikuspidalinsuffizienz

Fachliche Zuordnung Kardiologie, Angiologie
Förderung Förderung von 2024 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 545263014
 
Hintergrund. Die hochgradige Trikuspidalklappeninsuffizienz (TI) ist ein häufiger Befund bei älteren symptomatischen multimorbiden inoperablen Patienten, die jahrzehntelang nur medikamentös behandelt wurden, ohne Einfluss auf die Krankheitsprogression. Der unerfüllte therapeutische Bedarf hat neulich zur Entwicklung von Katheter-gestützten Eingriffen geführt, bzw. Reparatur und Ersatz, wobei die "edge-to-edge" Reparatur (T-TEER) bereits in aktuellen Leitlinien erwähnt wird, während Ersatzverfahren (TTVR) erst letztes Jahr CE-Kennzeichnung erhalten haben. Im Gegensatz zu T-TEER, wird die TI durch TTVR eliminiert, was zu kurz- und langfristigen hämodynamischen Anpassungen führen kann, einschließlich einer erhöhten Linksherzfüllung mit möglicher Progression einer vorbestehenden Mitralklappeninsuffizienz (MI). Ziel. Das Ziel dieses Projekts ist es: 1) den natürlichen Verlauf und die Entwicklung einer vorbestehenden leicht- oder mittelgradigen funktionellen MI bei Patienten, die sich einer TTVR unterziehen, zu definieren, 2) festzustellen, ob Patienten mit nicht-hochgradiger MI von TTVR profitieren und ob die MI ein prognostischer Marker für klinische Endpunkte ist. Kontext und Relevanz. Atrioventrikuläre (AV) Klappeninsuffizienzen treten meist paarweise auf, da es ein breites Spektrum an hämodynamischen Interaktionen zwischen dem pulmonalen und systemischen Kreislauf gibt. Das übliche Szenario besteht darin, dass eine hochgradige MI indirekt eine TI unterschiedlichen Ausmaßes verursacht, wobei sich die TI nach einer MI-Behandlung indirekt verbessern kann, je nach Ausmaß des Rechtsherz-Remodellings. Das gegenteilige Szenario, bei dem die TI die führende AV-Klappenerkrankung darstellt, ist nicht selten, jedoch weniger erforscht. Mit der jüngsten TTVR-Einführung wurde ein Wendepunkt in der AV-Klappen-Therapie erreicht, wo endlich die Möglichkeit der TI-Eliminierung besteht, jedoch sich dadurch die Hämodynamik verschlechtern könnte. Davon ausgehend, dass der rechte Ventrikel mit der unmittelbaren Abnahme seines Schlagvolumens nach TTVR compliant ist, sollte der effektive Vorwärtsfluss in der Pulmonalarterie zunehmen, was zur erhöhten linksventrikulären Füllung und möglichen Zunahme einer vorbestehenden MI führen könnte, welche die potenziellen Vorteile der TI-Eliminierung zunichtemachen und eine Verbesserung der Lebensqualität verhindern könnte. Diese Situation scheint spezifisch für TTVR zu sein, da der seltene operative Trikuspidalklappenersatz immer unter Einsatz der Herz-Lungen-Machine durchgeführt wird, während chirurgische und insbesondere perkutane Reparaturverfahren fast immer eine Rest-TI hinterlassen. Daher ist es wichtig zu verstehen welche TTVR-Patienten mit vorbestehender nicht-hochgradiger MI vom Eingriff profitieren, wie die MI die Patientenauswahl beeinflusst, und als prognostischer Marker wirken kann. Diese Analyse könnte ebenfalls die Rolle von kombinierten oder zweizeitigen perkutanen Interventionen bei Patienten mit MI und TI zuordnen
DFG-Verfahren WBP Stipendium
Internationaler Bezug Kanada
Gastgeber Dr. Neil Fam
 
 

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