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Geist frisst Kind. 26 Versionen einer Erzählung. Prozesse der Veränderung oraler Traditionen über einen Zeitraum von ca. 90 Jahren

Fachliche Zuordnung Ethnologie und Europäische Ethnologie
Förderung Förderung von 2005 bis 2006
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5453149
 
Während Forschungen über 45 Jahre bei den Wampar, Papua- Neuguinea, wurden 23 Versionen einer Erzählung aufgenommen. Drei weitere von ca. 1915 und etwa 1930 stammen von den frühesten Missionaren der Wampar. Auch jeweils mehrere Fassungen von denselben Erzählern konnten zwischen 1958 und 2004 mehrfach aufgenommen werden. Die Analyse betrifft die in Original und Übersetzung vorgelegten Texte, die Sprachen, Aufnahmesituationen, die Methodik der Aufnahme, Persönlichkeiten, Zugehörigkeiten, Biografien der Erzähler und deren eigene Quellen der Erzählung. Ergänzt wird die Darstellung durch Texte und Aussagen zu Teilaspekten des Erzählungsinhalts, etwa den heutigen Vorstellungen über Geister, über Sternschnuppen im Besonderen, und Aussagen über den im Mittelpunkt stehenden Wanam-See. Ergebnisse betreffen Prozesse der textlichen wie der kulturellen Veränderung über den Zeitraum von 90 Jahren bis zur heutigen, fast ebenso lange christlichen Gesellschaft. Aus einer ursprünglichen Mythe über die Entstehung eines Sees und der Sternschnuppen wurde eine heutige Geistervorstellung inhaltlich wiedergebende Form der Unterhaltung. Die Untersuchung liefert einen Beitrag nicht nur zu Ethnographie, Sprache, oralen Traditionen und religiösen Vorstellungen eines Stammes in Neuguinea, der durch die Konzentration mehrerer Untersuchender (inzwischen 7) zu einem Forschungsschwerpunkt geworden ist. Sie liefert vor allem Beiträge zur Analyse von Veränderungsprozessen sowohl der Überlieferungen wie der Gesellschaft insgesamt und nicht zuletzt allgemein zur Methodik der Aufnahme und Untersuchung mündlicher Erzählungen.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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