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GRK 3147: Wahrnehmung von und Interaktion mit Materialien und Objekten in natürlichen Umgebungen
Fachliche Zuordnung
Psychologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 547865311
Wahrnehmung und Interaktion mit der Umwelt beruhen auf einer komplexen Abfolge von perzeptuellen, kognitiven und motorischen Prozessen. Trotz jahrzehntelanger Forschung beginnen wir gerade erst zu verstehen, wie Menschen Materialien und Objekte in alltagsnahen Kontexten wahrnehmen und mit ihnen interagieren. Zentrale Befunde stammen bisher primär aus streng kontrollierten Laborexperimenten, welche Wahrnehmung und Handlung unter vereinfachten Bedingungen untersuchen, wie z.B. in der Wahrnehmung isolierter Objekte oder dem Drücken von Tasten. Um die menschliche Wahrnehmung und Interaktion in der realen Welt zu verstehen, müssen sie unter Bedingungen erforscht werden, die alltägliche Situationen genauer abbilden. Das GRK vereint die gemeinsame Forschung aus Psychologie und kognitiven Neurowissenschaften und zielt darauf ab, bedeutsame Fortschritte in drei Schlüsselbereichen zu erzielen: (1) wie Materialien und Objekte unter natürlichen Bedingungen wahrgenommen werden, (2) wie mit ihnen in alltagsnahen Umgebungen interagiert wird und wie diese manipuliert werden und (3) wie diese Prozesse über Personen und die Lebensspanne hinweg variieren. Durch die Kombination innovativer Methoden wie computer-generierten Stimulusmaterialien, virtueller Realität, mobiler Messung von Augen- und Körperbewegungen, EEG- und fMRT-Aufnahmen, sowie komputationaler Modelle (wie tiefe neuronale Netze angepasst an natürliches Reizmaterial) und alltagsnaher Aufgaben ist es möglich, komplexe, realitätsnahe Reize während freier Interaktion mit der Umwelt zu untersuchen. Unser Forschungsansatz bietet die einzigartige Möglichkeit, Doktorandinnen und Doktoranden in den neuesten theoretischen Entwicklungen und einer großen Vielfalt von innovativen behavioralen, neurowissenschaftlichen und komputationalen Methoden auszubilden. Die Ziele unseres Qualifikationsprogramms sind: (1) individuell angepasste und personalisierte Angebote zum Erwerb von Qualifikationen für eine Karriere innerhalb und außerhalb der Wissenschaft, (2) ein Kursprogramm, welches theoretisches Wissen und ein gemeinsames konzeptuelles Rahmenmodell über die Wahrnehmung von und Interaktion mit Materialien und Objekten aufbaut, (3) Forschung und Ausbildung, die sowohl eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Forschung als auch den Erwerb eines breiten Spektrums an methodischen Fertigkeiten erlaubt und (4) die Entwicklung der Doktorandinnen und Doktoranden zu unabhängigen Forschenden. Die Justus-Liebig-Universität Gießen bietet ein ideales Umfeld für das GRK, mit einer weltweit führenden Gruppe an Forschenden auf dem Gebiet der Wahrnehmung und Handlung, einer starken Tradition in der strukturierten Graduiertenausbildung in diesem Forschungsfeld, umfassenden universitären Unterstützungsstrukturen für Doktorandinnen und Doktoranden sowie einer exzellenten Forschungsinfrastruktur. Dieses Umfeld ermöglicht eine erstklassige Forschung und Ausbildung der nächsten Generation von Doktorandinnen und Doktoranden.
DFG-Verfahren
Graduiertenkollegs
Antragstellende Institution
Justus-Liebig-Universität Gießen
Sprecherin
Professorin Dr. Katja Fiehler
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler
Professorin Dr. Jutta Billino; Professorin Dr. Katharina Dobs; Professorin Katja Doerschner-Boyaci, Ph.D.; Professor Dr. Knut Drewing; Professor Roland William Fleming, Ph.D.; Professor Benjamin de Haas, Ph.D.; Professor Dr. Martin Hebart; Professor Dr. Mathias Hegele; Professorin Dr. Bianca Jovanovic; Professor Daniel Kaiser, Ph.D.; Professorin Dr. Bianca van Kemenade
