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Erinnerungskultur in der Krise
Fachliche Zuordnung
Kunst-, Musik-, Theater- und Medienwissenschaften
Geschichtswissenschaften
Sozialwissenschaften
Geschichtswissenschaften
Sozialwissenschaften
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 549093119
Der DFG-Forschungsimpuls „Erinnerungskultur in der Krise“ entwickelt Erinnerungskulturforschung in innovativer Weise durch Rückgriff auf transdisziplinäre Krisenforschung und partizipationsorientierte Forschungsmethoden weiter. Das Projekt greift die Expertise der Fakultäten für Kulturwissenschaften, für Architektur und für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln auf, um drei zentrale Ziele zu erreichen: Erstens werden die Auswirkungen von Krisen auf Erinnerungskultur mit Hilfe des analytischen Rahmens der Krisenforschung untersucht. Zweitens analysiert das Projekt die Verflechtung von Krisen in Bezug auf Erinnerungskultur mit Rückgriff auf die aktuelle Polykrisendebatte. Drittens werden partizipationsorientierte Methoden in die Erinnerungskulturforschung eingeführt und um Techniken aus der Designforschung erweitert. Das Projekt befasst sich dabei mit drei übergreifenden Fragen: Erstens werden die zeitlichen Dimensionen des Einflusses von Krisen auf das kulturelle Gedächtnis untersucht, einschließlich der Ursprünge von Polykrisen im Bereich Erinnerungskultur. Zweitens analysiert das Projekt die gesellschaftlichen Kontexte von Erinnerungskultur in der Krise, insbesondere mit Blick auf Intersektionalität. Drittens werden Bewältigungsmechanismen und Resilienzstrategien untersucht, wobei der Schwerpunkt auf kulturellen und sozialen Praktiken von Einzelpersonen und Gruppen liegt. Die Kombination traditioneller Methoden der Erinnerungskulturforschung mit partizipativen Ansätzen ermöglicht dem Projekt, nicht-akademischen Teilnehmer*innen eine aktive Rolle bei der Weiterentwicklung des Forschungsprogramms einzuräumen. Der partizipative Ansatz wird dabei um Designforschungstechniken erweitert, die eine audiovisuelle Kommunikation zwischen Forscher*innen und Co-Forschenden eröffnen und den Einbezug von implizitem Wissen ermöglichen. Das Projekt untersucht Erinnerungskultur in der Krise dabei mit Blick auf drei Felder: Erstens werden die Auswirkungen der Klimakrise auf Kulturgüter und das kulturelle Erbe analysiert. Zweitens thematisiert das Vorhaben die Auswirkungen von Krise auf Erinnerung in der postmigrantischen Gesellschaft. Drittens wird untersucht, wie künstliche Intelligenz die digitale Erinnerungskultur beeinflusst. Um die Ziele zu erreichen, wird das Projekt neun Principal Investigators (PIs) aus den beteiligten Fakultäten einbeziehen und strukturierte Maßnahmen durchführen, einschließlich der Einrichtung einer W2-Professur und der Schaffung von Doktoranden- und Postdoktorandenstellen. Das Projekt stärkt die bestehenden Forschungsstrukturen an der TH Köln, fördert die Vernetzung mit Kölner Kultureinrichtungen und schafft die Voraussetzungen, um nach Auslaufen der DFG-Förderung ein Centre for the Applied Study of Cultural Memory zu etablieren.
DFG-Verfahren
Forschungsimpulse
Antragstellende Institution
Technische Hochschule Köln
Sprecherin
Professorin Dr. Carolin Höfler
beteiligte Wissenschaftlerinnen / beteiligte Wissenschaftler
Professorin Dr. Schahrzad Farrokhzad; Professor Marco Hemmerling; Professorin Dr. Tilly Laaser; Professor Dr.-Ing. Daniel Lohmann; Professor Dr. Lasse Scherffig; Professorin Dr. Friederike Siller; Professorin Sabine Tastel; Professor Andreas Wrede
