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SATURN – Eine prospektive, randomisierte, doppelblinde, kontrollierte Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit einer verkürzten Antiplättchentherapie plus direkter oraler Antikoagulation im Vergleich zur Standardbehandlung bei Patienten mit Vorhofflimmern, die eine Stentimplantation erhalten.
Antragsteller
Professor Dr. Christoph Olivier
Fachliche Zuordnung
Kardiologie, Angiologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 550991017
In Deutschland haben mehr als zwei Millionen Menschen Vorhofflimmern - eine Herzrhythmusstörung, die das Schlaganfallrisiko deutlich erhöht. Um dieses Risiko zu senken, erhalten die meisten dieser Patient*innen ein blutverdünnendes Medikament. Muss zusätzlich ein Stent in ein Herzkranzgefäß eingesetzt werden - was häufig bei älteren Menschen der Fall ist - kommt meist für sechs Monate ein weiteres Medikament zur Hemmung der Blutplättchen hinzu. Diese Kombination erhöht jedoch das Risiko für Blutungen deutlich: Etwa jede*r siebte Patient*in muss deshalb in dieser Zeit ärztlich behandelt werden. Die SATURN-Studie untersucht, ob eine verkürzte Dauer dieser doppelten Blutverdünnung auf nur 30 Tage nach Stent-Einlage das Blutungsrisiko im Vergleich zur Standardtherapie über sechs Monate halbieren kann. Geplant ist die Teilnahme von 1.542 Patient*innen mit Vorhofflimmern, bei denen ein Stent eingesetzt wurde. Nach 30 Tagen doppelter Blutverdünnung werden die Teilnehmenden per Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt: Entweder sie erhalten weiterhin die Standardtherapie für weitere fünf Monate oder eine einfache Blutverdünnung plus ein wirkstofffreies Placebo. Die Studie ist doppelblind: Weder die Teilnehmenden noch das medizinische Personal wissen, wer welches Medikament erhält. Sechs Monate nach dem Eingriff wird untersucht, ob es zu Blutungen oder anderen Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod gekommen ist. Zudem wird geprüft, wie sich die Lebensqualität verändert hat und wie viele Tage im Krankenhaus verbracht wurden. Wenn die Gruppe mit der verkürzten Therapie seltener Blutungen hat, ohne dass andere Risiken steigen, könnte diese Behandlungsstrategie in künftige Leitlinien aufgenommen werden mit möglichem Einfluss auf die weltweite Versorgung und einem geringeren Blutungsrisiko für viele Patient*innen.
DFG-Verfahren
Klinische Studien
Mitverantwortlich
Professor Dr. Dirk Westermann
