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Diagnostische Bildgebung bei Patient*innen mit stabilen Brustschmerzen und mittlerem Risiko einer koronaren Herzkrankheit – langfristiges Follow-up (DISCHARGE–EXTEND)
Antragsteller
Professor Dr. Marc Dewey
Fachliche Zuordnung
Radiologie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 551186137
Hintergrund und Zielsetzung: Die Computertomographie (CT) ist eine akkurate Alternative zur invasiven Koronarangiographie (IKA). Die DISCHARGE-Studie zeigte bei 3561 Patient*innen in 26 Zentren, dass die CT eine sicherere Erstuntersuchung als die IKA war ohne signifikante Unterschiede in Bezug auf schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (MACE). Methoden und Arbeitsprogramm: Während der primäre Endpunkt MACE in DISCHARGE nach 3,5 Jahren nicht signifikant unterschiedlich war, gab es einen Trend, dass die CT-Gruppe eine niedrigere MACE-Rate aufwies: Hazard Ratio (HR) von 0,7 (95% CI, 0,46-1,07; P=0,10). Wir schlagen vor, die Nachbeobachtungszeit von DISCHARGE auf 8,5 Jahre zu verlängern, um bei unveränderter relativer Effektgröße einen Unterschied zwischen der CT- und der IKA-Gruppe mit einer Power von über 80% nachzuweisen. Dies wird durch folgende sekundäre Hypothesen weitere Erkenntnisse über die Entwicklung der koronaren Atherosklerose liefern. Erstens wurden in der CAD-Man-Studie im Follow-up in der CT-Gruppe niedrigere Lipidwerte beobachtet. Da Lipidwerte mit dem Wachstum koronarer Plaques assoziiert sind, werden wir bei der Nachuntersuchung bei allen Patient*innen (CT- und IKA-Gruppe) eine CT durchführen, um zu untersuchen, ob quantitative CT-basierte Messungen eine geringere koronare Plaquelast in der CT-Gruppe im Vergleich zur IKA-Gruppe aufzeigen. Zweitens gehen wir davon aus, dass Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin in der CT-Gruppe nach 8,5 Jahren niedriger ist. Drittens werden wir nach Empfehlung der DFG Begutachtungsgruppe für Klinische Studien das Gesamtüberleben in beiden Randomisierungsgruppen untersuchen. Viertens wollen wir die Assoziation intraindividueller koronarer Plaqueprogression in der CT-Gruppe mit kardiovaskulären Risikofaktoren und Medikation untersuchen. Darüber hinaus ergab eine Sekundäranalyse der CAD-Man-Studie, dass Patient*innen, die ein intravenöses Kontrastmittel für die CT erhielten, eine geringere Rate an akuten Nierenschäden aufwiesen als Patient*innen, die ein intraarterielles Kontrastmittel für die IKA erhielten. Daher lautet die Sicherheitshypothese, dass eine chronische Nierenschädigung nach 8,5 Jahren in der CT-Gruppe seltener ist als in der IKA-Gruppe. Die Power-Berechnung wurde auf der Grundlage der für MACE beobachteten HR durchgeführt und die jährliche Drop-out-Rate (0,31%) basierte auf der in DISCHARGE tatsächlich beobachteten Drop-out-Rate. Das Design und das Protokoll der DISCHARGE-Extend-Studie entsprechen CONSORT und wurden mit der Patient*inneninteressensgruppe und den 26 Rekrutierungszentren geplant, die sich alle zur Teilnahme bereit erklärt haben. Erwarteter Erkenntnisgewinn: Wir erwarten neue Erkenntnisse über die langfristigen klinischen Folgen der CT im Vergleich zur IKA bei mittlerer Wahrscheinlichkeit einer stabilen obstruktiven koronaren Herzkrankheit. Es ist zu erwarten, dass DISCHARGE-Extend ein ähnliches klinisches und wissenschaftliches Potenzial wie SCOT-Heart Extend aufweist.
DFG-Verfahren
Klinische Studien
