Detailseite
Projekt Druckansicht

RECHTSZIRKULATION IN MITTELEUROPA AM BEISPIEL DER GMBH

Fachliche Zuordnung Grundlagen des Rechts und der Rechtswissenschaft
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 557369215
 
Ziel des Projekts ist die Analyse und Bewertung des Rechtsaustauschs zwischen Deutschland, Österreich und Polen. "Austausch" bezeichnet in einem umfassenden Sinn sowohl den Rechtstransfer in beide Richtungen als auch die Migration von Gedanken und Ideen. In seinen räumlichen Dimensionen ist der Rechtsaustausch multiskalar und kann auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene stattfinden, sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung. Das ideale Beispiel, um dieses Phänomen als Beispiel für den rechtlichen Austausch als solchen zwischen diesen drei Staaten in Mitteleuropa zu erfassen, ist die Institution der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Das Projekt deckt drei Zeiträume ab: 1897-1918 (Rechtsaustausch zwischen Deutschland und Österreich), 1918-1939 (Rechtsaustausch zwischen Deutschland/Österreich und Polen und die Entwicklung in der Zwischenkriegszeit) und 1989-2024 (Polens Neuorientierung und die Frage des Re-Transfers). Dies ermöglicht es, die Hintergründe des Rechtsaustausches und die treibenden Kräfte dieses Phänomens zu analysieren, die Rolle der Fachleute und ihre Verflechtungen einzuschätzen, die materiellen Ergebnisse des Rechtsatransfers, die in die verabschiedeten Rechtsakte eingeflossen sind, zu bewerten und die weitere Entwicklung dieses komplexen Prozesses sowie seine langfristigen Auswirkungen und wirtschaftlichen Folgen zu analysieren. Methodisch handelt es sich bei dem Projekt in erster Linie um die Analyse eines transnationalen Transfernetzwerks und seines Diskurses mit Hilfe verschiedener Instrumente. Da größtenteils Archivmaterial verwendet wird, erfordert die Durchführung des Projekts eine Anwendung von historischen und rechtshistorischen Methoden. Da es sich um ein juristisches Projekt handelt, wird die dogmatische Methode, die in der Interpretation von Rechtsakten und Gerichtsentscheidungen besteht, eine unterstützende Rolle spielen. Darüber hinaus wird der wissenschaftliche Diskurs mit seinen Kontroversen um die Auslegung von Rechtsnormen oder gar Propositionen de lege ferenda so weit wie möglich berücksichtigt. Der interdisziplinäre Charakter des Projekts spiegelt sich in den Methoden wider, die in den Sozialwissenschaften, vor allem in den Wirtschaftswissenschaften und der Soziologie, üblich sind. Dazu gehören: Fallstudien, Analyse des sozioökonomischen Umfelds und verschiedene Instrumente, die in der Institutionenökonomie verwendet werden. Bisher gab es Studien über die GmbH aus einer nationalen Perspektive. Das Projekt geht einen Schritt weiter und analysiert den rechtlichen Austausch der relevanten Rechtsnormen aus verschiedenen Perspektiven auf transnationaler Ebene. Das einzigartige und innovative Projekt geht über den herkömmlichen Rahmen der Rechtsforschung hinaus und berücksichtigt wirtschaftliche, soziale, kulturelle und zwischenmenschliche Bedingungen und liefert eine Netzwerkanalyse.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Österreich, Polen
Partnerorganisation Narodowe Centrum Nauki (NCN)
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung