Detailseite
Projekt Druckansicht

Stefano della Bella (1610-1664) in Rom und Paris: Werkstattpraxis, Netzwerke, Kriegsmotivik und die Darstellung von Menschen aus dem Osmanischen Reich im zweiten Drittel des 17. Jh.

Antragsteller Dr. Stefan Morét
Fachliche Zuordnung Kunstgeschichte
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 558157320
 
Der Zeichner und Radierer Stefano della Bella verbrachte längere Abschnitte seines Lebens in Rom (1633-1637) und in Paris (1639-1650), wo der größte Teil seines druckgraphischen Werkes entstand. Das Ziel des Projektes ist ein Doppeltes: Im ersten Teil werden beide Perioden im Hinblick auf ihre Bedeutung als Quellen der Inspiration und Motivspeicherung für die Bildproduktion della Bellas befragt und sowie die Netzwerke des Künstlers an beiden Orten zu rekonstruiert. Dazu werden die in Rom und Paris entstandenen Zeichnungen und Radierungen in europäischen Museumssammlungen zusammengestellt und in eine chronologische Ordnung gebracht. Dieses Corpus dient sodann dazu die spezifische Werkstattpraxis Della Bellas zu untersuchen. Dies betrifft beispielsweise die komplexe Frage des Transfers von der Zeichnung zur Druckplatte, den Weg von der ersten Skizze zur fertigen Radierung, della Bellas Benutzung seines umfangreichen Zeichnungsarchivs oder eine drucktechnischen Experimente im Bereich der Pinselätzung etwa 100 Jahre vor der Erfindung der Aquatinta. Auf diese Ergebnisse aufbauend wird der Blick auf zwei bisher kaum erforschte, doch höchst wichtige Themenkomplexe im Werk della Bellas gerichtet, nämlich auf seine spezifische Art der Darstellung militärischer Themen und derjenigen von Menschen aus dem Osmanischen Reich. Beide Themenbereiche im Werk della Bellas entwickelten sich während seiner Aufenthalte in Rom und Paris. Kein anderer Künstler innerhalb der Druckgraphik der ersten Hälfte des 17. Jh. widmete sich ihnen mit ähnlicher Intensität. Durch beide Teile des hier beantragten Projektes – Werkstattpraxis und Netzwerke in Rom und Paris sowie Militärdarstellung und Darstellungen von Menschen aus dem Osmanischen Reich – werden Forschungslücken geschlossen. Als Ergebnis ist also mit einer sehr viel differenzierteren Einschätzung des Künstlers zu rechnen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung