Detailseite
PREHAB-Trial: Multimodale Prähabilitation senkt die postoperativen Komplikationen bei Hochrisikopatienten nach großen gastrointestinalen onkologischen Eingriffen – eine multizentrische randomisierte kontrollierte Studie
Antragsteller
Professor Dr. Robert Schier
Fachliche Zuordnung
Anästhesiologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 558914691
In Deutschland müssen jährlich ca. 85.000 Patienten auf Grund von Magen-Darm-Krebs operiert werden. Dabei stellt das Auftreten postoperativer Komplikationen, besonders bei einem kardiovaskulär vorerkrankten und neoadjuvant vorbehandelten Hochrisiko-Patientenkollektiv, ein großes Problem dar. Das Ziel der onkologischen Behandlung ist es dabei, neben einer effektiven chirurgischen Therapie, eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Steigerung des postoperativen Überlebens zur erreichen. In diesem Zuge ist eine präoperative Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, des Ernährungszustandes und der psychologischen Verfassung des Patienten von entscheidender Bedeutung für das postoperative Ergebnis. Moderne Konzepte wie z.B. eine präoperativ durchgeführte Rehabilitation (kurz: Prähabilitation), nutzen dabei die präoperative Phase, um den klinischen Zustands des Patienten zu verbessern und ihn adäquat auf den Stress einer Operation vorzubereiten. Ein homogener Ansatz aus vergleichbaren Prähabilitationsstudien in einem ausreichend großen Patientenkollektiv mit dem Ziel der Reduktion postoperativer Komplikationen findet sich in der Literatur bisher nicht. In dieser multizentrischen (Köln, Berlin, Tübingen und Mainz), randomisierten, kontrollierten Studie (n=403) analysieren wir den Effekt einer multimodalen Prähabilitation in Bezug auf die postoperativen Komplikationen. Dazu nimmt die Interventionsgruppe (n=202) an einem beaufsichtigten progressiven Trainingsprogramm teil, das von einem professionellen Sporttherapeuten durchgeführt wird und aus drei 50-minütigen Sitzungen pro Woche besteht. Jede Sitzung wird unterteilt in einen Trainingsabschnitt zur Steigerung der Kraft des Patienten (via Widerstandstraining) und einen Ausdauerteil zur Verbesserung der kardiorespiratorischen Fitness des Patienten. Die Kontrollgruppe erhält eine übliche präoperative Versorgung und wird anhand von Aktivitätsfragebögen (z.B. "Duke Activity Status Index" /DASI) untersucht. Zu den wichtigsten Einschlusskriterien in diese Studie gehören: 1) Alter >= 18 / <= 80, 2) Indikation für eine elektive onkologische Magen-Darm-Operation (Beckenexenteration, zytoreduktive Operation, Ösophagektomie, Hepatektomie, Pankreatektomie, Rektumresektion), 3) hohes Risiko für das Auftreten von chirurgischen Komplikationen, definiert durch das Vorhandensein von Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Nierenfunktionsstörungen oder krankhafte Fettleibigkeit, 4) DASI Score <40, 5) ein Zeitplan, der eine Intervention mit multimodaler Prähabilitation vor der Operation von mindestens 4 Wochen zulässt. Der primäre Endpunkt dieser Studie ist die Inzidenz postoperativer Komplikationen (nach Clavien-Dindo Klassifikation Grad III-V), welche eine prognostische Bedeutung für das postoperative Überleben hat. Wir testen die Hypothese, dass die Intervention Prähabilitation über einen Monat vor Operation die Inzidenz postoperativer Komplikationen im Vergleich zur Kontrollgruppe senkt.
DFG-Verfahren
Klinische Studien
