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Die Soldaten von Bernd Alois Zimmermann. Ein Monolith in zwei Teilen
Antragsteller
Andreas Dorfner
Fachliche Zuordnung
Musikwissenschaften
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 559094125
In der vorliegenden Monographie über Bernd Alois Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ wird erstmalig anhand des Nachlasses Zimmermanns, der sich im Archiv der Berliner Akademie der Künste befindet, sämtliches Quellenmaterial zur Oper (Skizzen, Particellentwürfe, Reinschriften, Libredofassungen, Korrespondenzen) systematisch ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nachdem sich lange Zeit die Literatur über dieses Opus magnum im Schaffen des Komponisten auf „essyaistische Tagesproduktionen“ (Klaus Ebbeke) beschränkte, wird damit ein zentrales Desiderat der Musiktheaterforschung nach 1950 geschlossen. Aufgrund ihrer Komplexität lassen sich die seriellen Strukturen der Oper aus der Partitur allein nur bedingt entschlüsseln; erst das Skizzenmaterial gewährt einen Einblick in die Werkstatt des Komponisten und erlaubt es, die Entscheidung im Material aus kompositorischer Perspektive zu rekonstruieren. Dabei wird auch deutlich, dass die seriellen Strukturen mitunter über die reine Materialgewinnung hinaus verweisen und Hinweise auf die dramaturgische Umsetzung zu geben vermögen, die den Regieanweisungen der Partitur ergänzend zur Seite treten. Schlüsselbegriffe wie die des Pluralismus oder der „Kugelgestalt der Zeit“ werden aus dem kompositorischen Prozess heraus beleuchtet und in ihrer Bedeutung für die Ästhetik der Postmoderne präzisiert. Damit dürfte die Arbeit zu einem unerlässlichen Kompendium für alle werden, die sich sowohl wissenschaftlich als auch künstlerisch mit diesem Standardwerk im Musiktheaterschaffen des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
