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Die kognitiven Konsequenzen von Konflikt: die Auseinandersetzung mit anderen Perspektiven als Katalysator frühkindlicher MINT-Kompetenzen

Antragstellerin Antonia Langenhoff
Fachliche Zuordnung Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 559588410
 
Konflikte haben viele Gesichter: Während unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten unangenehm sein und zu gesellschaftlicher Spaltung führen können, bringen produktive Auseinandersetzungen Wissenschaft und Gesellschaft voran. Auf individueller Ebene können Konflikte zwar manchmal Angst auslösen oder entmutigend wirken; frühere Forschung hat jedoch gezeigt, dass die Auseinandersetzung mit den Perspektiven anderer positive Auswirkungen auf kritisches Denken und Lernen haben kann. Besonders in den MINT-Bereichen bieten solche Auseinandersetzungen somit das Potenzial, als pädagogisches Instrument eingesetzt zu werden. Trotz Vorarbeiten ist jedoch noch nicht genau klar, ob, wie und wann genau die Auseinandersetzung mit den Perspektiven anderer MINT-Kompetenzen fördert, gerade bei jungen Lernenden. Ziel des vorliegenden Antrags ist es daher, diese Fragen durch eine systematische Untersuchung der Wirkung empirischer Konflikte auf das frühkindliche Lernen bei Kindern im Alter von 4 bis 7 Jahren zu beantworten. Zentrales Ziel 1 ist es, den positiven Effekt des Erlebens empirischer Konflikte auf Lernresultate, sowie auf zentrale Lernmechanismen die für die MINT-Bildung entscheidend sind, zu untersuchen: Informationssuche (Studie 1), Erforschung und Entdeckung (Studie 2) und Hypothesentests (Studie 3). In allen drei Studien wird der Effekt von empirischen Konflikten sowohl mit dem Effekt von Konsens, als auch mit den Effekten zweier weiterer Formen abweichender Ansichten verglichen: subjektiven Konflikten und der nicht-interaktiven Kontrastierung verschiedener Hypothesen. Zentrales Ziel 2 ist es, besser zu verstehen, wie das soziale Umfeld den positiven Effekt von empirischen Konflikten auf frühkindliches Lernen mindern oder sogar umkehren kann. Dabei wird ein sozialer Faktor untersucht, der in vielen Lernkontexten eine wichtige Rolle spielt: Bedenken um das eigene Ansehen, wie z.B. das Bedürfnis, klug zu wirken oder vor anderen keine Fehler machen zu wollen. Drei Studien kombinieren die Paradigmen aus Ziel 1 mit bewährten Methoden zur Erhebung von Reputationsbedenken bei jungen Lernenden, und untersuchen, ob sich diese negative auf die Informationssuche (Studie 4), Erforschung und Entdeckung (Studie 5) und Hypothesentests (Studie 6) 4- bis 7-jähriger auswirken. Zusammenfassend untersucht dieser Forschungsantrag, wie empirische Konflikte Neugier und frühkindliches Lernen in MINT-Bereichen fördern können, und wie der soziale Kontext den Zusammenhang zwischen Konflikten und Lernen beeinflusst. Die aus den vorgeschlagenen Studien gewonnenen Erkenntnisse haben dabei das Potential, unser Verständnis der sozial-kognitiven Mechanismen, die den positiven und negativen Effekten von Konflikten auf das Lernen zugrunde liegen, zu vertiefen, sowie dazu beizutragen, theoriegeleitete, empirisch fundierte Prinzipien für die Anwendung empirischer Konflikte in formellen und informellen Lernkontexten zu entwickeln.
DFG-Verfahren WBP Stipendium
Internationaler Bezug USA
 
 

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