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Zirkadiane Beleuchtung zur Vorbeugung eines Deliriums bei Neurointensivpatienten: Eine Clusterperioden-randomisierte kontrollierte Machbarkeitsstudie

Fachliche Zuordnung Anästhesiologie
Klinische Neurologie; Neurochirurgie und Neuroradiologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 560017625
 
Die vorliegende Studie „circAdian lighTing to prevenT deliriUm in NEurointensive care patients (ATTUNE)“ ist eine Cluster-randomisierte, kontrollierte Machbarkeitsstudie, die das Potenzial der zirkadianen Lichttherapie (CBLT) zur Verringerung der Deliriumsinzidenz bei Patienten der neurologischen Intensivstation (NICU) untersuchen soll. Delirium, eine häufige und schwerwiegende Komplikation bei kritisch kranken Patienten, ist mit erhöhter Morbidität und Mortalität sowie langfristigen kognitiven und psychiatrischen Folgen verbunden. Dies hat nicht nur unmittelbare klinische Auswirkungen auf die Patienten, sondern stellt auch eine enorme sozioökonomische Belastung für das Gesundheitssystem und Angehörigen dar. Ziel dieser Studie ist es, die Durchführbarkeit und potenzielle Wirksamkeit von CBLT im Vergleich zur herkömmlichen Beleuchtung bei der Vorbeugung von Delirien zu ermitteln, um so Informationen für die Gestaltung einer künftigen, größeren randomisierten Studie zu erhalten. Die Studie erfolgt über 36 Monate, davon 24 Monate mit Patientenrekrutierung. Es sollen 80 erwachsene, intensivmedizinisch behandelte Patienten mit neurologischen Erkrankungen, aus einem Pool von 700 potenziellen Teilnehmern eingeschlossen werden. Die experimentelle Intervention besteht aus CBLT, wobei die Patienten ≥12 Stunden/Tag tageslichtähnlichem Licht (Beleuchtungsstärke ≥1700 Lux) ausgesetzt werden, im Vergleich zur Standardbeleuchtung in der Kontrollgruppe. CBLT erfolgt über an der Decke montierte Vorrichtungen, die den Rhythmus des Sonnenlichts von Sonnenauf- bis Untergang imitieren, mit dem Ziel, den zirkadianen Rhythmus der Patienten positiv zu beeinflussen und damit möglicherweise das Auftreten von Delirien zu verringern. Hierbei müssen potenzielle Störfaktoren berücksichtigt werden, wie die Lichtverschmutzung durch benachbarte Beleuchtungen oder die jahreszeitlichen Veränderungen der Sonneneinstrahlung durch Fenster. Wir planen daher eine Cluster-Randomisierung (1:1), bei der die Patienten entsprechend dem jahreszeitlichen Verlauf über definierte Zeiträume Zimmer zugewiesen werden. Die primären Endpunkte sollen die Durchführbarkeit der Intervention und des Studiendesigns sowie die potenzielle Wirksamkeit anhand des Anteils der deliriumfreien Untersuchungen pro Patient bewerten. Die Machbarkeit wird anhand der Rekrutierungsrate, der Vollständigkeit der CBLT-Applikation und der wiederholten Delirium-Bewertungen ermittelt. Sekundäre Endpunkte umfassen die Dauer der Beatmung und des Aufenthalts, und einen biochemischen Wirknachweis über Melatoninspiegel. Diese Machbarkeitsstudie wird die erste belastbare Evidenz für die Praktikabilität und den potenziellen Nutzen von CBLT zur Verringerung der Delirium-Inzidenz in dieser Patientenpopulation liefern. Dies ist von großer Bedeutung für die Planung einer künftigen multizentrischen Bestätigungsstudie mit dem Ziel, die Deliriumsraten bei kritisch kranken Patienten zu verringern.
DFG-Verfahren Klinische Studien
 
 

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