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Edition und materielle Untersuchung der 'Cambridger Handschrift' T-S 10 K 22
Antragsteller
Dr. Jan Hon
Fachliche Zuordnung
Germanistische Mediävistik (Ältere deutsche Literatur)
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 560181159
Zwei Hauptziele des im Rahmen der DFG-Nahostkooperation geplanten Projekts sind eine neue (gedruckte und digitale) Edition und eine komplexe materielle Untersuchung der 'Cambridger Handschrift' T-S 10 K 22, einer spätmittelalterlichen Hs. aus dem Nahen Osten, welche die ältesten vollständigen Texte in der mittelalterlichen Volkssprache der aschkenasischen Juden enthält. Die zwei Projektziele sind eng miteinander verwoben und ergeben sich aus der Beobachtung, dass keine der vorhandenen Editionen eine geeignete Referenzausgabe - oder die Grundlage für eine solche - darstellt und dass die Arbeit an einer solchen Edition eine neue Untersuchung des Codex als eines materiellen Artefakts erfordert. Dies liegt vor allem an dem schlechten Zustand der Handschrift, der zu einer Vielzahl strittiger, teils auch schlicht falscher Lesarten in den bestehenden Editionen geführt hat, und an der Verfügbarkeit neuer, bisher nicht genutzter Technologien wie der multispektralen Bildgebung und der Röntgenfluoreszenz. Diese Technologien, welche dem Projekt dank einer vereinbarten Kooperation mit der Cambridge University Library zur Verfügung stehen, versprechen eine viel bessere Rekonstruktion der vielen beschädigten Passagen, als bisher möglich war. Der Einsatz dieser Technologien gibt darüber hinaus Gelegenheit, den Codex in seiner Materialität als einzigartiges historisches Artefakt zu erkunden. Die Ergebnisse des Projekts adressieren verschiedene Nutzergruppen und werden daher auf verschiedenen Kanälen publiziert: - Eine kritische Ausgabe, die die zukünftige Referenzausgabe aller Texte des Manuskripts darstellen und den Codex als Ganzes präsentieren wird. Die Ausgabe wird Transkriptionen in hebräische und lateinische Schrift (letztere nach dem 'Trierer System') sowie englische Übersetzungen aller Texte enthalten. - Eine digitale Online-Edition auf der Plattform BIMA 2, die es ermöglicht, Texte in hebräischer Schrift direkt in das Digitalisat einzubetten und sie mit Links zu anderen Online-Quellen zu versehen. Dies wird die weitere Erforschung von paläographischen, kodikologischen und anderen materiellen Aspekten des Codex ermöglichen und erleichtern. - Eine Monographie, die die Ergebnisse der Projektarbeit in einer Reihe einschlägiger Studien vorstellen wird. Ein Teil der Studien wird sich quellenkritischen Fragen sowie den Zusammenhängen des Codex mit der mittelhochdeutschen Literatur widmen, ein Teil wird sich auf materielle Aspekte und deren mögliche historische Kontexte konzentrieren.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Israel
ausländischer Mitantragsteller
Dr. Uri Zvi Shachar
