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Molekulare und epigenetische Entschlüsselung der somatischen malignen Transformation und des Growing Teratoma Syndroms zur Etablierung neuer therapeutischer Angriffspunkte und Biomarker für Therapie-resistente Keimzelltumoren.

Antragstellerin Dr. Pailin Pongratanakul
Fachliche Zuordnung Reproduktionsmedizin, Urologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 560311098
 
Testikuläre Keimzelltumoren (KZT) vom Typ II stellen die häufigste Tumorerkrankung bei jungen Männern im Alter von 17 - 45 Jahren dar und die Inzidenzraten steigen stetig an. Die Typ-II-KZT werden in Seminome und Nicht-Seminome unterschieden, die beide aus der Vorläuferläsion, der Keimzellneoplasie in situ (GCNIS, ‚germ cell neoplasia in situ‘), infolge einer fehlerhaften primordialen Keimzellentwicklung entstehen. Die Nicht-Seminome verfügen über eine eigene Stammzellpopulation – das Embryonalzellkarzinom (EK). EK sind pluripotent und können in Zellen der drei Keimblätter differenzieren, sodass Teratome (TER) entstehen, aber auch extraembryonale Gewebe, wie Dottersacktumoren (DST) und Chorionkarzinome (CC). Eine tödliche Variante der Nicht-Seminome ist die somatisch-maligne Transformation (STM), die Tumorentitäten aus anderen Organen und Geweben ähnelt. Die STM umfasst eine Vielzahl möglicher Tumorentitäten, wie Rhabdomyosarkome oder Adenokarzinome. Mit einer Inzidenz von 2 - 6 % können STM in jedem Krankheitsstadium von KZT auftreten, werden aber hauptsächlich im metastasierten Stadium nach einer Chemotherapie diagnostiziert. Patienten mit einer STM haben aufgrund der assoziierten Cisplatin-Resistenz eine 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von 50 - 60 %. Ein weiterer Sonderfall der Nicht-Seminome ist das „growing teratoma syndrome“ (GTS), welches 1982 von Logothetis et al. erstmalig beschrieben wurde. Während der Standard-Chemotherapie mit Cisplatin zeigen Patienten in der Bildgebung trotz normalisierter Serum-Tumormarker einen größenprogredienten Tumor. In diesen Fällen ist die chirurgische Tumorexstirpation die einzige kurative Therapieoption. Histologisch findet sich im Tumor lediglich pures Teratom ohne Hinweise auf andere KZT-Entitäten. STM sowie GTS betreffen vor allem junge Männer und werden mit einer schlechten Prognose assoziiert. Bisher sind keine spezifischen Therapieoptionen oder Biomarker zur Früherkennung von STM / GTS vorhanden. In dieser Studie stellen wir uns diesen klinischen Herausforderungen indem wir 1) die epigenetische Landschaft der Histonmodifikationen und die Aktivität von Signalkaskaden durch Massenspektrometrie analysieren, um daraus neue Therapieoptionen abzuleiten und in ex vivo-Kulturen zu testen und 2) eine Gruppe neuer Biomarker-Kandidaten, welche in Vorarbeiten identifiziert wurde, in Blutproben von KZT-Patienten validieren. Damit werden nicht nur die molekularen und epigenetischen Aspekte von STM und GTS aufgeschlüsselt, sondern auch neue therapeutische Angriffspunkte sowie Biomarker für zukünftige klinische Studien und die pathologische Routinediagnostik abgeleitet und validiert.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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