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Datenbank für Siegelabdrücke aus dem islamisch geprägten Kulturraum Aufbau eines Moduls für Siegelabdrücke als modulare Ergänzung der Qalamos-Datenbank. Sammlungsübergreifende, normierte Erschließung und Präsentation in einem Community-orientierten Researchtool

Fachliche Zuordnung Afrika-, Amerika- und Ozeanienbezogene Wissenschaften
Asienbezogene Wissenschaften
Bild- und Sprachverarbeitung, Computergraphik und Visualisierung, Human Computer Interaction, Ubiquitous und Wearable Computing
Islamwissenschaft, Arabistik, Semitistik
Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 561179358
 
Paratexte in Handschriften spielen sowohl in der Forschung als auch in der bibliothekarischen Provenienzerschließung eine zunehmend wichtigere Rolle. Zu diesen Paratexten gehören Besitzereinträge sowie Stempel- bzw. Siegelabdrücke. Als besondere Form von Besitzereinträgen oder auch als Beleg einer Stiftung, Lesung und Inventur bieten Siegelabdrücke unerlässliche Informationen, um die Objektbiographien einzelner Handschriften erforschen und die Geschichte historischer Bibliotheken nachvollziehen zu können. Diese sind heute häufig auf Sammlungen weltweit verteilt. Das Fehlen einer Ressource zur systematischen Arbeit mit diesen Quellen wird von den internationalen Forschungs-Communities als Desiderat wahrgenommen. Deshalb ist mit dem hier beantragten Projekt die Entwicklung eines Online-Recherche- und Arbeitsinstruments für Siegel als modulare Erweiterung des Handschriftenportals „Qalamos“ geplant. Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Förderphase des Qalamos-Projektes (2020–23) und den bereits sichtbaren Ergebnissen in der zweiten Projektphase hat sich die Metadatensituation stark verbessert; die islamischen Handschriften sind deutschlandweit mittlerweile fast vollständig nachgewiesen. In Phase 2 wird die normierte Erfassung von Personendaten in der GND noch weiter forciert, was für die Provenienzforschung und speziell für die Sphragistik völlig neue Forschungsmöglichkeiten eröffnet. Diese Daten werden kongenial ergänzt durch die im Langzeit-Akademieprojekt „Bibliotheca Arabica“ erfassten Manuskriptvermerke. Auf Grundlage dieser sehr guten Datenbasis können jetzt aus der Fach-Community herangetragene Fragestellungen und Bedarfe besser bedient werden. Geplant ist zunächst der Nachweis von Siegelabdrücken in Handschriften aus dem islamisch geprägten Kulturraum, die in deutschen Sammlungen bewahrt und in Qalamos nachgewiesen werden. Für die Informatik-gestützte Identifikation dieser Abdrücke bieten mehrere Tausend zugängliche Volldigitalisate ein enormes Potential. Diese Daten werden um Beschreibungs- und Bilddaten internationaler Kooperationspartner erweitert und im Ergebnis über die Datenbank und die Einspielung der Normdaten in die internationalen Verbünde der Forschung zugänglich gemacht. Den kultur- und buchgeschichtlich Forschenden werden praktische Werkzeuge an die Hand gegeben, wie z. B. der interaktive Service zum automatischen Abgleich eines hochgeladenen Stempelabdrucks mit den bereits in der Datenbank verzeichneten Abdrücken. Darüber hinaus kann mit den Funktionalitäten des Moduls zukünftig auch ein konkreter Beitrag im Kampf gegen den illegalen Handel mit Kulturgut geleistet werden.
DFG-Verfahren Digitalisierung und Erschließung (Wiss. Literaturversorgung und Informationssysteme)
 
 

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