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Zelluläre und extrazelluläre Immunreaktionen nach CCHFV Infektion

Fachliche Zuordnung Immunologie
Klinische Immunologie und Allergologie
Klinische Infektiologie und Tropenmedizin
Virologie
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 562152472
 
Das Krim-Kongo hämorrhagische Fieber (CCHF) ist eine neu auftretende Infektionskrankheit mit einer hohen Sterblichkeitsrate von etwa 30 %, für die weder eine Behandlung noch ein Impfstoff existiert. Der Erreger, das CCHF-Virus (CCHFV), wird von Hyalomma-Zecken übertragen, deren geografische Verbreitung zunimmt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft CCHF als vorrangig zu erforschende Krankheit ein, da ein Risiko für eine Epidemie besteht. Die Pathogenese von CCHFV ist komplex und unzureichend geklärt. Auswirkungen einer Infektion auf die angeborene und adaptive Immunantwort können die Antikörperantwort verzögern, was mit dem Schweregrad der Krankheit korreliert. Während mögliche T-Zell-Epitope bioinformatisch vorhergesagt wurden, sind T-Zell-Antworten bei Patienten weitgehend unerforscht. So bleiben der Beitrag der zellulären Immunität zum Krankheitsverlauf sowie die Dauer der Immunität gegen CCHFV unklar. Zudem manipulieren Viren die Freisetzung und die Zusammensetzung extrazellulärer Vesikel (EVs), was pro-inflammatorisch wirken oder zu gestörten Immunantwort führen kann. Veränderungen der EV-Profile können T-Zell-Antworten beeinflussen oder die Virusneutralisation, wie bei Ebola, behindern. Die Rolle der EVs im Kontext einer CCHFV-Infektion ist bislang nicht erforscht. Das Verständnis darüber, wie die immun- und EV-vermittelten Reaktionen zur Pathogenese und Krankheitschwere von CCHFV beitragen ist für diagnostische und therapeutische Ansätze entscheidend. Ziel dieses Projekts ist es, die Immunprofile im Verlauf von CCHFV-Infektionen und während der Genesung zu analysieren und Mechanismen der Pathogenese und des Krankheitsverlaufs zu identifizieren. Dazu wird die prospektive Studie 60 CCHF-Patienten mit schwerem, mittlerem und mildem Krankheitsverlauf in der Türkei einschließen, begleitet von alters- und geschlechtsangepassten Kontrollpersonen. Es werden klinische Daten erhoben und Blut- und Speichelproben zu festgelegten Zeitpunkten entnommen: während der akuten Infektion, der frühen Rekonvaleszenz sowie 1, 3 und 6 Monate nach Beginn der Symptome. Die Viruslast wird quantifiziert und die Genome sequenziert. Bei allen akuten und rekonvaleszenten Proben wird IgM , IgG- und IgA-Serologie durchgeführt sowie die inflammatorischen Zytokine-Signatur untersucht. In den Rekonvaleszenzproben wird die zelluläre Immunantwort und die Autoantikörperreaktion charakterisiert. Darüber hinaus werden EVs auf Immunmarker und antivirale Aktivität untersucht. Ex vivo Experimente werden analysieren, wie EVs die Immunzellen von CCHF-Patienten regulieren. Dieses Projekt wird die zellulären und extrazellulären Immunantworten bei milden und schweren CCHFV-Patienten beschreiben und potenzielle Korrelate für schwere Verläufe identifizieren. Diese Erkenntnisse werden bisher unbekannte immunpathogene Prozesse aufzeigen und zur Entwicklung prognostischer und therapeutischer Anwendungen beitragen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Türkei
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner Professorin Dr. Füsun Can; Professor Önder Ergönül
 
 

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